Fiestas de Quito & Pasochoa

8 01 2012

Am Dienstag, den 6. Dezember war für alle im Bereich Quito Wohnenden, wozu wir auch noch gehören, offizieller Feiertag, an dem niemand arbeiten oder zur Schule gehen musste. Und da wir Lehrer abstimmten und die Mehrheit dafür war, dass wir Montag auch noch frei bekommen, ergab sich so mal wieder ein vier Tage Wochenende für mich :)
Unseren ursprünglichen Plan, drei Gipfel in diesen Tagen zu besteigen, warfen Anna und ich über den Haufen und entschieden uns lieber in Quito zu bleiben, die Festigkeiten mitzubekommen und nur einen Gipfel zu erklimmen. Gesagt, getan sicherten wir uns gleich wieder zwei Betten in unserem Lieblingshostel in Quito (dem Centro del Mundo…Montag, Mittwoch und Freitag Cuba Libre Night ;) ), wo wir mal wieder auf eine lustige Truppe an Backpacker stießen, unter anderem ein Engländer, der schon zwei Wochen vorher mit uns da war und immer noch dort verweilte :D
Da Anna erst gegen Abends kam, und ich bereits seit Mittags dort war, lernte ich schon einmal die anderen Backpacker kennen, zu denen unter anderem Neuseeländer, Amerikaner, Australier und auch der verrückte Pancho aus Cuenca (Ecuador) gehörte, der mir gleich eine Salsa Tanzstunde gab, da ich darin leider immer noch nicht sehr geübt bin xD Abends ging es, nachdem wir Shawarma (keine Ahnung wie man es scheibt :D ) essen waren (so etwas wie Döner, nur mit anderem Fleisch, aber fragt mich nicht was es war^^), wieder in diverse Clubs, welche aber, da ja gerade die Fiestas de Quito waren, brechend voll waren und teilweise sogar $10 Eintritt kosteten und das sogar für Frauen (die normalerweise immer umsonst reinkommen und sogar Freigetränke bekommen^^). Ein paar Clubs gab es aber trotzdem noch, in die wir alle umsonst kamen und auch tanzen konnten und so blieben wir den Abend über eben dort.

Für Samstag hatten wir uns vorgenommen…einfach mal NICHTS zu tun :D das gab es nämlich noch so gut wie nie und so konnten wir den Tag einfach nützen um alle möglichen Dinge zu erledigen, für die sonst nicht so viel Zeit bleiben und vor allem Dinge für unsere, Ende Dezember, bevorstehende Trekkingtour einzukaufen. Abends kochten wir selber etwas statt essen zu gehen und so gab es für Anna Kaiserschmarrn und für mich endlich mal wieder Pfannkuchen, die ich seit ich hier in Ecuador bin noch gar nicht hatte (ich sollte mal ein Bild von unseren gewellten, handgeformten Pfannen machen, dann wisst ihr warum so etwas wie Pfannkuchen oder Kartoffelpuffer hier einfach nicht möglich ist…außer man leer vielleicht einen halben Liter Öl hinein, dann klappt alles xD). Danach machten wir wieder mit dem Rest des Hostel‘s das Nachtleben unsicher und trafen noch die anderen Freiwilligen, die auch für die Fiestas gekommen waren, allerdings Montag wieder arbeiten mussten (da haben wir echt Glück mit unseren Schulen und unserer Koordinatorin^^).
Sonntag nahmen wir uns noch einmal Zeit um Sachen zu erledigen und so landeten wir in einigen Reisebüros und machten uns etwas schlauer über die Galapagos Inseln, welche wir während unseres Jahres hier auch noch bereisen wollen; entschieden jedoch bei diesen Preisen (im vierstelligen Bereich!!) erst mal noch nichts zu buchen^^ eine weitere Sachen, die wir allerdings unbedingt noch machen wollten, die auch etwas günstiger ist^^, ist die Besteigung des Cotopaxis (siehe erstes Bild weiter unten bei Artikel „Report about the first quarter“). Mit seinen 5897m ist er jedoch nicht ein Berg, den Anna und ich so auf die Schnelle alleine besteigen können, sondern man extra einen Guide braucht und Ausrüstung wie Steigeisen, Eispickel und natürlich angemessene Kleidung. Dafür erkundigten wir uns auch bei Reiseagenturen und hörten uns ungefähr fünf Mal das gleiche Programm an, schauten uns atemberaubende Bilder an und steckten fleißig Visitenkarten ein.
Wir hätten nicht gedacht, dass es so schnell gehen würde oder besser gesagt wir uns jetzt schon trauen würden, aber kurz darauf fassten wir den Entschluss und buchten bei der am seriösesten wirkenden Reiseagentur die Cotopaxibesteigung für den 24. Dezember, Heilig Abend^^ (etwas später erfuhren wir jedoch leider, dass wir den Termin um einen Tag nach hinten verschieben müssen, da die Guides (irgendwie auch verständlich) an heilig Abend lieber bei ihren Familien sein wollen :-P ). Aber jetzt ist es ganz sicher, am 25.12. werden Anna und ich den Versuch starten den Gipfel des Cotopaxis zu erreichen (laut Statistik klappt es nur bei jeder zweiten Besteigung, da der 6-7 Stunden lange Aufstieg, auf Schnee und Eis, und bei diesen dünnen Luftverhältnissen sehr viel Ausdauer und körperliche Fitness erfordert!) und vielleicht haben wir ja Glück und stehen tatsächlich bei Sonnenaufgang, nachdem wir bereits um Mitternacht loslaufen, am 26.12. oben auf dem Gipfel :) Um uns auch gut darauf vorzubereiten, nehmen wir uns ab jetzt für jede Woche einen Berg vor und steigern dabei stets die Höhe (4200m-4800m-5100m)!
Sonntag Abend kochten wir mal wieder Annas berühmte Gemüsepfanne und machten damit die anderen Backpacker ganz neidisch für die es nur Rührei oder Milch und Brot gab xD Weg gingen wir danach jedoch nicht mehr, da es am nächsten morgen um fünf Uhr bereits aufzustehen hieß und wir fit sein mussten für unseren Berg, den Pasochoa (4199m, unser erster der drei Akklimatisierungs-Berge). Um das ganze etwas kürzer zu halten: der Aufsteige war eigentlich wie immer, zwar hatten wir morgens noch relativ gutes Wetter, doch schon bald zogen dicke Wolken und Nebel auf, so dass wir oben wieder absolut gar keine Sicht hatten und unser Ziel nicht sahen. Was den Pasochoa etwas schwieriger machte, war nicht die Höhe, da es ja nur bis auf 4200m ging, allerdings mussten wir insgesamt 1400 Höhenmeter nach oben und das ganze wieder nach unten, also insgesamt 2800 Höhenmeter zurücklegen und das geht doch irgendwann ganz schön in die Beine^^ So waren wir insgesamt acht Stunden lang unterwegs und waren nicht mal ganz auf dem Gipfel, sondern nur auf einem Vorgipfel, da wir mal wieder nichts sehen konnten und es auch noch anfing zu regnen und wir keine Lust auf eine Rutschpartie hatten (die es aber am Ende trotzdem noch gab^^). Ich glaube irgendetwas machten wir auch dieses Mal wieder falsch, oder folgten dem falschen Weg, denn auf einmal standen wir vor einer Felswand, die man nur mit Klettern überwinden konnte, und das hätte eigentlich irgendwo in meinem Wanderführer erwähnt werden müssen (obwohl…so viel Schmarrn wie da drin steht, hätte uns das eigentlich nicht wundern sollen xD). Aber gut, ich klettere ja eh gerne und Anna brachte ich auch noch dazu und so krackselten wir die Wand nach oben und zogen uns an kleinen Baumstämmen hoch…war irgendwie auch lustig, wenn auch mega rutschig :D
Fertig, erschöpft und total durchnässt (nicht unbedingt weil es so stark regnete, sondern weil wir durch Oberschenkel-hohes nasses Paramo-Gras laufen mussten) kamen wir abends wieder im Hostel an, machten noch einmal die anderen mit den Überresten unserer Gemüsepfanne neidisch und warfen uns danach nur noch ins Bett.
Dienstag war leider schon wieder unser letzter Tag und so beschlossen wir, was ich eh schon lange mal wieder machen wollte, klettern zu gehen und etwas zu üben falls mal wieder bei einer Wanderung so eine Stelle kommen sollte wie am Tag zuvor. Die Kletterhalle stellte sich aber als Freiluft Kletteranlage heraus und das größte Problem war, dass sie leider für uns groß-Füßigen keine Schuhe hatten, sondern die größte Größe 38 war, wo ich mich noch versuchte hineinzuzwängen aber nach fünf Minuten meine Füße nicht mehr gespürt hätte^^ Da wir eh nur etwas Bouldern und Technik üben wollten, versuchten wir es Barfuß und kletterten so eben eine Weile rum bis die Füße nicht mehr mitmachten (Trainingseffekt hatte es auf jeden Fall – ich konnte drei Tage lang kaum mehr meine Arme bewegen, so starken Muskelkater hatte ich^^)
Dienstag Abend kamen wir nach einem schönen vier Tage Wochenende wieder nach Hause und konnten mit neuer Energie in die Woche starten, in der es ja eh nur noch drei Tage Unterrichten zu meistern galt :)





Geburtstagswochenende in Baños

16 12 2011

Da nichts Großartiges in der Zwischenzeit passiert ist (wir hatten unser erstes Zwischenseminar in Quito, haben am Wochenende gearbeitet und Kuchen verkauft und den Casitagua (ein kleiner Berg mit 3500m im Norden Quito) besteigen) überspringe ich diesen Teil, da ich mit Blogeinträgen etwas hinterher hänge und erzähle lieber von den spannenden Wochenenden^^

Geburtstagswochenende in Baños

Für das Wochenende meines Geburtstags (26./27.11) hatten wir uns vorgenommen nach Baños zu fahren und uns dort auch mit Karin zu treffen. Um etwas mehr Zeit zu haben, da die Anreise alleine schon wieder einige Stunden in Anspruch nimmt, nahmen wir uns für Freitag frei und fuhren bereits Donnerstag (24.11.) nach der Schule los um Abends anzukommen. Wir hatten uns für das Hostel „Princesa María“ entschieden, was in Annas Reiseführer groß gelobt wurde, und so nahmen wir sogar die 7$ in Kauf, obwohl wir normalerweise nicht mehr als 5 oder 6 bezahlen. Dafür bekamen wir allerdings ein schönes großes Zimmer, nur für uns drei, mit eigenem Bad und sogar Handtüchern und Seife. Dazu noch kostenloses wireless Internet, eine Gemeinschaftsküche und total netten Hostelbesitzer…so könnte es gerne immer sein :)
Für Freitag, an dem Karin noch arbeiten musste, machten Anna und ich zu zweit eine Fahrradtour, die von Baños (1800m) bis nach Puyo (950m) führt und hauptsächlich nur bergab führt (wenn man, nicht wie wir, den richtigen Weg nimmt^^). Dafür liehen wir uns morgens, nach kurzer Testfahrt, zwei Fahrräder aus und beschlossen, dass sie trotz etwas komischer Geräusche den Tag schon überstehen würden…aber für $5 für den ganzen Tag konnte man auch nicht zu viel erwarten…ausnahmsweise hatten wir mit dem Wetter sogar richtig Glück und so starteten wir bei Sonnenschein pur, mit Karte und Reiseführer ausgestattet unsere Tour. Nachdem es einige Minuten wie vorhergesagt bergab ging, kamen wir an eine Kreuzung und entschieden uns für rechts…schon bald  kamen wir allerdings an einen megasteil-bergauf gehenden Berg und strampelten und strampelten, bis wir auch im ersten Gang nicht mehr vorwärts kamen und vor Erschöpfung fast vom Rad kippten. Wie es natürlich sein musste bei unseren Orientierungskünsten, merkten wir recht bald, dass das nicht der Weg sein kann und wir alles umsonst hochgeradelt sind…sehr toll^^ das hieß wir konnten alles wieder nach unten und entschieden uns diesmal für links, für den richtigen Weg. Von da an war die Fahrt sehr schön, vor allem wenn es von der Straße ab ging, um einen Tunnel zu umfahren und wir an kleinen bis sehr großen Wasserfällen vorbei kamen. Beim Größten, dem „Pailón del Diablo“ machten wir halt und wanderten bis zum Fuße des Wasserfalls und machten etwas Pause. Da das Wetter schlechter werden zu schien und große Wolken aufzogen, machten wir uns allerdings recht bald weiter, da noch einiges der insgesamt 61km vor uns lagen. Immer wieder ging es größere Steigungen nach oben, so dass wir doch etwas strampeln mussten, und recht schnell außer Puste waren, aber überwiegend konnten wir einfach rollen lassen und die Landschaft dabei genießen. Ca. 15km vor Puyo verließ die Strecke wieder die Straße um Wege etwas abgelegener zu fahren. Der Weg wurde dabei immer schlechter, steiniger und hügeliger und gleichzeitig ging es auch noch bergauf. Feste in die Pedale tretend versuchte ich weiter zu kommen bis es auf einmal einen lauten Schlag tat und sich nichts mehr tat und ich nicht weiter treten konnte. Recht schnell haben wir gemerkt, dass nicht nur die Kette unten ist, sondern sich alles (fragt mich nicht wie ich das gemacht habe!! :D ) verdreht, berbogen und in die Speichen gezogen hat. Da standen also Anna und ich alleine, mitten im Nirgendwo, mit einem Fahrrad, dass total Schrott war und sich nicht einmal mehr schieben ließ. Nachdem wir einiges ausprobierten und versuchten noch irgendwas zu retten, sich aber nichts machen ließ, fixierten wir das kaputte Teil wenigstens so, dass sich das Fahrrad schieben lies und hofften, dass unsre Gras-Konstruktur wenigstens halten würde, bis wir an eine Straße kommen würden.
Als Laufrad umgebaut ging es langsam weiter und nach etwa dreißig kamen wir endlich an der Straße an, von wo aus die Busse wieder zurück nach Baños fahren (wir wären ja gerne noch bis ans Ziel nach Puyo, vor allem weil es nur noch ein paar Kilometer waren, aber daran war mi diesem Fahrrad wirklich nicht mehr zu denken!). Das nächste Problem war allerdings, dass wir von dort nicht weg kamen, nicht weil es etwa keine Busse gab, davon kamen genügend vorbei, aber irgendwie wollten sie mal wieder nicht halten und uns samt Fahrrädern mitnehmen…blöd^^ Irgendwann entschieden wir uns, einfach bei jedem Auto/Pick up, der eine Ladefläche hat, zu winken und auf eine Mitfahrgelegenheit zu hoffen. Und tatsächlich hielt bereits das erste Auto (wer lässt auch schon zwei Mädels alleine am Straßenrand stehen :D ) an und hat uns gerne bis nach Baños mitgenommen, da er dort eh durch musste…mal wieder Glück gehabt :)
Etwas sauer, nachdem wir das Fahrrad auch noch durch ganz Baños tragen mussten, kamen wir wieder zum Fahrradladen zurück und beschwerten uns erst einmal was für Schrottköppel sie uns da gegeben hatten (Annas machte auch schon komische Geräusche; das ist dann sicher bei den nächsten am Tag darauf zusammen gebrochen^^)…aber wie gesagt, für fünf Dollar, hätten wir uns das schon denken können.
Dafür gönnten wir uns ein gutes indisches Abendessen und belohnten uns für die harte Strampelei den Tag über^^ eigentlich wären wir Abends noch in die heißen Thermen gegangen, aber da es dafür schon recht spät war, gingen wir lieber mit Karin, die gegen Abends ankam, noch etwas essen und ließen es ruhiger angehen. Für Samstag hatten wir auch schon den ganzen Tag geplant und so gingen wir morgens bereits los mit weiteren drei zum Rafting und für Mittags stand Canyoning an (sich an Wasserfällen abseilen und runter rutschen). Nach kurzer Einweisung auf dem Trockenen wurden die Plätze im Boot verteilt und schon ging es den Fluss durch Stromschnellen hinunter und immer wieder kippten Wassermassen über uns und kühlten, vor allem Anna, die ganz vorne saß, angenehm ab. Da ich ganz hinten saß und nicht ganz soviel Wasser abbekam wie Anna (aber eigentlich trotzdem genug), meinte unser Guide er müsse mich einfach so mal ins Wasser schmeißen und so bekam ich auch noch meine Portion Wasser ab :D Danach ließen wir uns so noch ein kleines Stück ohne Boot in einer Stromschnelle treiben, bevor es wieder zurück ging, zum Mittagessen.
Für die anderen vier ging es danach wieder zurück nach Baños und nur Anna und ich wurden am Straßenrand ausgesetzt, wo uns schon das nächste Auto abholte und zum Canyoning brachte. Mit Neoprenanzug, Regenjacke und Klettergurt ausgestattet ging es dann direkt weiter zu Fuß nach oben bis an den ersten der fünf Wasserfälle, die es abzuseilen galt. Angefangen bei fünf Metern Höhe wurden die Wasserfälle immer höher bis zu 45m (laut Programmbeschreibung; aber ich glaube ehrlich gesagt es waren nicht mehr als 30m^^, was aber auch schon einiges war) und der letzte war nicht zum Abseilen sondern zum auf dem Hintern runter rutschen^^
Nach einem Tag voller Action gönnten wir uns nochmal auswärts zu essen, statt selber zu kochen und landeten so bei einem guten Italiener und einer Pizza :)
Da es bereits Samstag war (und Sonntag war ja schon mein Geburtstag) gingen wir mit fast allen anderen des Hostel‘s abends weg um in meinen Geburtstag hinein zu feiern. Mit einer „Chiva“ (kleiner, offener, umgebauter Partybus mit Tanzfläche hinten und vorne Sitzen und lauter Musik^^) ging es bis nach oben auf einen Aussichtspunkt weit über der Stadt und einen Schnaps gab‘s auch noch dazu^^ danach gingen wir weiter in einen Club, wo wir bleiben und feierten bis die Lichter angingen und wir rausgeschmissen wurden. Danach gab’s nochmal eine kleine Pizza gegen den nächtlichen Hunger und der Abend hätte nicht besser verlaufen können xD
Als Geburtstagsgeschenk gab es dann von Karin und Anna einen Termin zur Ganzkörpermassage, was nach so einem Wochenende mit viel Sport genau das richtige war (nur die Auto-Alarmanlage die ersten dreißig Minuten war leider etwas störend, aber da konnte ja niemand was dafür^^)!
Gegen Abends kamen wir wieder daheim an, wo mich erst einmal ein leeres Haus erwartete. Kurz darauf fand ich dann aber alle, wie üblich, beim Volleyballfeld, wo auch der Geburtstag von Lucila, einer Freundin meiner Gastmutter gefeiert wurde. Nachdem auch ich ein paar Glas Bier trinken musste, gingen wir heim, wo schon eine Geburtstagstorte auf mich wartete^^ Fünf Geburtstagslieder später war ich dann an der Reihe mit Kerzen auspusten und wie hier üblich einmal in den Rand der Torte beißen. Was allerdings danach kommt, ist für die Zuschauer immer der lustigste Teil…xD während man vorsichtig versucht in den Rand zu beißen, kommt der gemeine Gastvater von hinten und schwupps die wupps tunkt er einem das Gesicht in die Torte, bis man schön die ganze Sahne bis über der Nase hat und hat natürlich den größten Spaß dabei :D aber das gehört einfach dazu ;)

Montag in der Schule wurde mir dann auch noch von allen in der Montag-morgendlichen Ansprache gratuliert und damit dachte ich es wär gut^^ Am Dienstag allerdings, ich hatte mit meinem Geburtstag eigentlich schon abgeschlossen und deswegen auch nicht mehr dran gedacht, kommt ein Kollege auf mich zu und meint mit ernster Miene wir hätten nach der Schule eine dringende Besprechung, deswegen solle ich noch dableiben. Ich machte mir schon richtige Sorgen, dass ich irgendwas falsch gemacht hätte, und jetzt Ärger bekomme, auch wenn ich nicht wusste weswegen. Mit dem Rektor wartete ich noch eine Weile draußen, weil die anderen Lehrer wohl nicht fertig seien bis wir dann in die Mensa gingen, wo die anderen schon warteten. Tja und statt einer Besprechung und Ärger wartete nun eine Überraschungsparty der anderen Lehrer auf mich und sogar ein kleines Törtchen :) Es gab Hühnchen, Kartoffeln und Salat und dazu eine super mega süße künstliche rote Soda, von der ich aus Freundlichkeit einen Becher lächelnd hinunter zwang :D ansonsten war aber alles lecker! xD Danach brachte Profe Alex noch ein 1,5L Tetra-Pack Pfirsichwein zum Vorschein, das dann auf der Stelle noch in der Schule von uns sieben geleert werden musste^^ daraufhin ging ein Becher, immer Viertels voll, im Kreis herum und wurde, wie so üblich hier, auf einen Zug leer getrunken bis die 1,5L schließlich weg waren.
In allem eine super Überraschung von meinen Kollegen, die meinen Geburtstag noch umso schöner machten! :)

Abends am Dienstag erfuhr ich dann, dass der Vulkan Tungurahua, sozusagen der Hausberg Baños‘, welcher direkt neben der Stadt liegt, noch am selben Tag, an dem wir dort abreisten, ausbrach und die Straßen gesperrt wurden und sogar kleine Dörfer evakuiert. Ich hätte zwar nur zu gerne mal mitbekommen wie ein Vulkan direkt vor mir ausbricht, aber andererseits wäre dann das Wochenende ins Wasser gefallen und wir hätten abreisen müssen. In diesem Falle hatten wir gerade noch Glück und konnten uns das ganze dann einfach mit sicherem Abstand von daheim im Fernseher anschauen^^





Vamos a la playa

16 12 2011

Da am Mittwoch, den 2.11. und Donnerstag, den 3.11. hier in Ecuador Feiertag war, legte die Regierung (um den Tourismus anzutreiben) für Freitag auch noch einen freien Tag ein, so dass wir alle einfach mal fünf Tage frei hatten, ohne auch nur einen Urlaubstag nehmen zu müssen^^ diese Chance mussten wir natürlich nützen und so machten wir uns (wie leider viele viele andere Ecuadorianer auch) auf den Weg ans Meer, genauer gesagt nach Canoa!

Allein die Fahrt dort hin war schon wieder Abendteuer genug…xD um nicht ganz in die reisenden Menschenmassen zu geraten (wir ahnten ja vorher schon, dass viele Leute unterwegs sein werden) gingen wir bereits Dienstag nach der Schule los um einen Nachtbus zu nehmen (ja ich weiß, eigentlich sollten wir hier keine Nachtbusse nehmen weil es zu gefährlich sei, aber einen ganzen Tag verschwenden nur für Busfahren ist eben auch blöd, und wir waren ja auch zu viert^^). Bis in den Norden Quitos verlief auch noch alles reibungslos und wir hofften einfach, dass es so weitergehen würde. Am ersten Busbahnhof angekommen, sahen wir jedoch schon die ersten langen Schlangen vor den Kartenverkaufsstellen und wir ahnten schon wie es erst im Süden sein muss, von wo aus so ziemlich alle Busse abfahren. Irgendwie schafften wir es dann auch endlich in einen der Trolleybusse hineinzukommen und das, obwohl sogar schon die Ecuadorianer anfingen zu drängeln und sich wild auf die öffnenden Türen zu stürzen, so habe ich die Leute hier noch nie erlebt! Zur Sicherheit machte ich auch noch den Regenschutz über meine beiden Rucksäcke, verknotete die Reisverschlüsse und hielt alles, so gut es eben ging, aufschlitz-sicher fest, man weiß ja nie…
Randvoll verließen wir die erste Station, so dass der Busfahrer später nicht einmal mehr die Tür aufmachen konnte, um weitere Menschen hineinzulassen. Etwas mehr als eine Stunde später kamen wir dann endlich beim Hauptbusterminal im Süden Quitos an, wo Karin (aus Riobamba) schon auf Thomas, Anna und mich wartete. Dort traf uns gleich der nächste Schlag, als wir hunderte von Menschen durch die Türen, in das Terminal strömen sahen und immer neue randvolle Trolleybusse ankamen; von den Schlangen vom Ticketverkauf erst gar nicht zu sprechen.
Ich weiß nicht, was wir ohne Karin gemacht hätten, die zum Glück schon etwas früher ankam und uns die letzten Sitzplätze in einem Bus ergatterte, der zumindest schon sehr nahe an unser Ziel fuhr. Wahrscheinlich wäre es uns sonst wie vielen anderen ergangen, die wieder heim mussten, weil einfach alle Bus bereits voll waren, oder die Nacht am Bahnhof verbringen und hoffen, dass irgendwann früh morgens etwas fährt; wir hingegen mussten nur bis 23.00 Uhr warten.
Draußen wo die Busse losfuhren war es allerdings noch viel chaotischer als ich es mir je vorgestellt hätte! Alles war noch viel voller mit Menschen, man konnte kaum durchkommen, hupende Busse, die im Minuten Takt abfuhren, in alle Teile des Landes, und sich dabei selbst fast über den Haufen fuhren und sich teilweise nur um Millimeter verfehlten…oder eben auch nicht^^
ich hätte ja gerne von dem Spektakel ein Foto gemacht, aber in dem Moment dachte ich, es sei vielleicht nicht so klug nun meine Kamera herauszuholen, man musste ja so schon höllisch aufpassen dass einem nichts geklaut wird. Irgendwann gegen 23.30 Uhr, als unser Bus dann auch endlich mal auftauchte, saßen wir endlich auf unseren Plätzen und konnten etwas entspannen. Da wir leider die letzten waren, die noch ein Ticket kauften, bekamen wir die dümmsten Plätze im Bus, und zwar ganz vorne. Eigentlich ist daran ja nichts auszusetzten aber bei Nachtbussen, wo es öfters mal zu Überfallen kommt, hätten wir ganz vorne eben die Arschkarte gehabt^^
Um sicher zu gehen, dass wir während dem Schlafen nicht ausgeraubt werden, haben wir uns extra in Schichten eingeteilt, so dass immer nach 1,5 Stunden gewechselt wurde und immer einer unser Zeug bewacht. Im Nachhinein glaube ich aber, dass selbst wenn wir alle geschlafen hätten, nichts passiert wäre, da eigentlich wirklich der komplette Bus schlief und man auch nicht so leicht an meinen Rucksack kommen konnte, den ich fest umklammert hielt.
Nach unglaublichen fünf Stunden, statt normalerweise Sieben, kamen wir bereits mitten in der Nacht in Pedernales an, wo wir den Bus wechseln mussten und nur noch zwei Stunden Fahrt vor uns hatten bis wir in Canoa ankamen. Wir hatten Glück und bekamen sogar direkt im ersten Bus an diesem Tag Sitzplätze, so dass wir gegen sieben Uhr morgens bereits am Ziel ankamen.

Der erste Eindruck war zwar noch ein bisschen grau mit Wolken, aber das war erst einmal egal, Hauptsache wir waren endlich da, am Meer! :)
Nach kleinen Startschwierigkeiten mit unserem Hostel (sie hatten einfach unser Zimmer weggegeben, und hatten jetzt nur noch eins, das pro nach 12,50$ statt 10,00$ kostet) entschieden wir uns aber dennoch im „coco loco“ zu bleiben, da die direkte Strandlage, die Hängematten im Garten unter Palmen und die ganze Atmosphäre einfach zu verlockend war, um von dort wegzugehen^^
Während sich Thomas und Karin noch einmal schlafen legten (was für eine Zeitverschwendung?!^^), machten uns Anna und ich gleich auf den Weg Canoa zu erkunden und endlich durch die ersten Wellen zu hüpfen. Danach gab es für mich noch ein typisches Gericht von der Costa, Encocado genannt (mit Fisch, Shrimps, Kokosnussmilch, etc…), bevor wir wieder ins Hostel gingen um die anderen  beiden endlich abzuholen und ins Meer zu springen.
Da wir so früh bereits da waren, hatten wir das Glück, dass noch so gut wie keine Touristen da waren, und wir den breiten weiten Strand für uns alleine hatten. Das tolle in Canoa sind vor allem die großen Wellen  und das alles noch etwas ruhiger ist als in Esmeraldas oder Atacames.
Den ersten Tag ließen wir erst einmal ganz in Ruhe angehen und genossen einfach einmal nichts tun zu müssen, sondern einfach in der Sonne zu liegen, baden zu gehen und eine Kokosnuss zu schlürfen.
Abends machten wir uns auf den Weg das Nachtleben Canoas unsicher zu machen…das blöde war nur, dass ich die Nacht zuvor so gut wie nicht geschlafen hatte und so endete der Abend für mich leider bereits während des Abendessens mit dem Kopf auf dem Tisch :D
Gut ausgeschlafen, mit neuer Energie konnte es dann aber am nächsten Tag so richtig losgehen und so nahmen wir uns vor einen Surfkurs zu machen, wenn man schon so super Wellen hat! :) Ich hätte nie gedacht, dass Surfen soo viel Spaß machen würde!! Hinzu kam natürlich noch unser Surflehrer Leo, der einer der Besten Ecuadors ist (erst dachte ich, dass sagt er nur so um Eindruck zu schinden, aber als er dann anfing im Handstand große Wellen zu surfen, war auch ich überzeugt :D )
Nach ein paar Trockenübungen, wie man aufsteht und sich aufs Brett stellt, ging es auch direkt los ins Wasser um die ersten Wellen zu reiten. Und mit ein bisschen Hilfe schafften wir es tatsächlich und standen bald auf den Brettern und surften landeinwärts, zwar ziemlich wackelig aber hey, wir surften!^^ Nach und nach wurden wir immer sicherer und suchten uns größere Wellen zum Surfen (auch wenn es nicht immer so super geklappt hat und ich sicher mehrere Liter Wasser durch Mund und Nase getrunken hab xD). Da Leo, unser Lehrer, praktischerweise auch noch eine Bar besitzt, hatten wir für Abends auch gleich ausgesorgt und bekamen so Cocktails für 1,50$…also wenn man da mal nicht zugreifen muss^^
Für den nächsten Tag stand noch ein weiterer großer Programmpunkt an, den ich, da es in Ibarra schon nicht geklappt hatte, nun in Canoa endlich mal machen wollte: Paragliding!
Im Restaurant/Bar „Shurf Shak“ wurde uns das ganze für 40$ angeboten und so fuhren wir bei perfektem Wetter, Sonnenschein pur, auf einen etwas höher gelegenen Berg um von dort aus zu starten. Der Flug selbst dauerte etwa zwanzig Minuten und wir konnten selbst einmal ausprobieren zu lenken und genossen die Sicht auf den weiten Strand und das Meer. Abends kochten wir noch Annas berühmte Gemüsepfanne, auch wenn es in der nicht allzu gut ausgestatteten etwas Erfindergeist benötigte und so zum Beispiel die im Teekessel gekocht wurden :D
Der nächste Tag, Samstag, war leider auch schon wieder unser letzter und so genossen wir noch einmal einfach am Strand zu liegen, uns zu sonnen und sammelten noch Muscheln ein paar Muscheln.
Vor lauter Angst, dass wir nicht mehr rechtzeitig zurück kommen würden (wir wussten ja inzwischen was für Menschenmassen unterwegs sind, die alle ja irgendwann auch wieder zurück mussten) und keinen Bus mehr bekommen würden, machten wir uns bereits Samstag Abend auf den Weg nach Pedernales, von wo aus wir einen Bus nach Quito nehmen würden. Da wir wohl etwas weiter voraus dachten als die Ecuadorianer, die noch alle am Strand lagen und bis Sonntag blieben, bekamen wir gleich einen Platz für einen Nachtbus und waren bereits am Sonntag morgen um vier Uhr morgens wieder zurück in Quito und das ganze Stressfrei, ohne große Menschenmassen und Gedrängel! Das einzig blöde war allerdings, dass noch nichts auf hatte und so schliefen wir noch ein bisschen mit dem Kopf auf den Esstischen am Bahnhof im Süden, fuhren weiter in den Norden, wo wir noch ein bisschen am Bahnhof schliefen und fanden dann endlich eine offenen Bäckerei zum Frühstücken. Da selbst um 9 Uhr morgens das Einkaufszentrum noch nicht offen hatte, legten wir uns auch noch in den Park, wo Anna Aerobic mitmachte, während Thomas und ich auf der Wiese schliefen, bis uns ein Paar aufweckte, um uns zu warnen, dass die Jungs hinter ihnen uns ausrauben würden. Unsere Rucksäcke an uns und mit sich selbst zusammengeschlossen konnten wir dann beruhigt noch ein bisschen weiterdösen bis Anna fertig war. Danach stand noch der übliche Supermaxi-Einkauf an, um Schokoladenvorräte aufzustocken und sonstige Einkäufe zu erledigen. Gegen Nachmittag kamen wir dann endlich, wenn auch etwas erschöpft von der langen Heimreise, zurück in unseren Dörfern an, wo alle gleich staunten wie braun (oder wie man hier immer sagt „verbrannt“) wir doch seien xD (was hier allerdings eher als hässlich gilt, da weiße Haut das Schönheitsideal ist^^)
Nachdem noch etwas beim Volleyball zugeschaut wurde ging es relativ bald nach Hause um Bilder zu zeigen, ein bisschen zu erzählen und natürlich wieder Unterricht für den nächsten Tag vorzubereiten :)





Ein Wochenende des Scheiterns^^

1 12 2011

Am Donnerstag (27.10.11) ging es mal wieder mit Thomas, Anna und unserem Neuzuwachs Milan auf Reisen; unser Ziel für dieses Mal: Ibarra. Mit einem verlängerten Wochenende von vier Tagen wollten wir nun auch etwas mehr den Norden Ecuadors erkunden und über Otavalo hinaus kommen. Um möglichst früh in Ibarra anzukommen, standen wir bereits um 4 Uhr morgens auf, um den Bus um fünf Uhr zu bekommen. Wie sich schnell zeigte, sollte dieses Wochenende allerdings zum „Wochenende des Scheiterns“ werden. Mit einem Zeitpuffer von zehn Minuten machten wir uns also bei Nacht und Dunkelheit auf den Weg zum Bus; keine fünf Minuten vom Haus entfernt klingelt jedoch mein Handy und Thomas erzählt uns er sitze schon im Bus, und das ungefähr zwanzig Minuten früher als geplant. Wie bekloppte rannten wir also den Berg runter, in der Hoffnung den Bus gerade noch zu erwischen…leider vergebens. Etwas frustriert hockten wir uns ans Bushaltestellenhäusle und warteten auf den nächsten Bus der eine Stunde später kommen sollte. Doch nicht ganz vom Pech verfolgt, hörten wir bereits um 5.30 Uhr dieses bekannte tiefe Brummen, was nur ein Bus sein konnte. Schnell packten wir unsere Sachen zusammen und stellten uns wild winkend an den Straßenrand; und tatsächlich hielt ein Bus, der gerade von Minas kam und nach Quito fuhr (wir hatten ganz vergessen, dass es zwei Busgesellschaften hier gibt, und fuhren nun zum ersten Mal mit der anderen…Glück gehabt :) ) Nur etwa eine dreiviertel Stunde später als geplant kamen wir dann in Guayllabamba an, wo bereits Thomas und Milan ungeduldig auf uns warteten. Von dort aus ist es zum Glück nicht allzu schwer einen Bus nach Ibarra zu erwischen; länger als fünf Minuten muss man in der Regel nie warten und so saßen wir kurz darauf auch schon im Bus.
Auf der Fahrt dorthin konnte ich meinen Kopf allerdings gar nicht mehr vom Fenster weg bewegen, so atemberaubend war die Sicht. In Anbetracht dessen, dass eigentlich Winter ist und die Berge in Nebel getaucht sind, war es ein Tag, so schön wie seit Wochen nicht mehr. Nicht nur hatten wir Sicht auf den Gletscherbedeckten Cayambe (einer der dritthöchsten Berge Ecuadors) sondern auch auf den im Süden Quitos liegenden, perfekt geformten, schneebedeckten Cotopaxi. Vorbei an Otavalo konnten wir genau so gut den Imbabura erblicken und kurz darauf den Cotacachi (alles noch Wanderziele von uns für die nächsten Monate^^). In Ibarra angekommen machten wir uns erst einmal wieder auf die Suche nach unserem vier Dollar Hostel für eine Nacht. Anna und ich hatten sogar richtig Glück und bekamen ein helles Zimmer mit Fenstern (was sich in der Nacht jedoch wieder als Nachteil herausstellte, da direkt unter uns eine Disko lag); Thomas und Milan hingegen bekamen ein kleines stinkendes Zimmer ohne Fenster :D aber für eine Nacht und den Preis konnte man auch nicht allzu viel erwarten und so gaben sie sich notgedrungen damit zufrieden. Nach einem Frühstück im Park, Stadterkunden und einem Eis machten wir uns wieder auf dem Weg zum Busbahnhof und suchten uns einen Bus der uns ins „Valle de Chota“  (Chota-Tal) bringen sollte. Laut Reiseführer (Lonely Planet) ein Tal zum Urlaub machen, tropisch warm, mit Zuckerrohr Plantagen und Kindern, die zum Rhythmus der Musik in ihren Köpfen am Straßenrand tanzen :D
Was wir vorfanden war allerdings eher ein Mini-Dorf, wo es so gut wie nichts gab und erst recht keine tanzenden Kinder xD und der „chocolaty river“ war auch einfach nur eine braune Brühe die sich am Rande entlang schlängelte. Etwas enttäusch entschieden wir uns wieder einen Bus zu nehmen und uns auf den Weg nach „El Ángel“ zu machen, wo es das Naturschutzgebiet „Reserva Ecológica El Ángel“ gibt. Eine Stunde Busfahrt später kamen wir endlich an und mussten uns darauf hin von einem Camioneta (Taxi) Fahrer anhören, dass das Reservat noch so weit entfernt sei, dass es sich für diesen Tag eigentlich kaum mehr lohnt, aber für 30$ würde er uns fahren. Nach langem Diskutieren, ohne den Preis großartig hinunter gehandelt zu bekommen, entschieden wir uns für die 4$ Variante, die uns irgendwo zumindest in die Nähe des Reservates bringen sollte. Dort meinte der Fahrer allerdings wieder, dass es zu Fuß viiiel zu weit sein würde, aber wie behaarten einfach darauf, dort abgesetzt zu werden und machten uns zu Fuß weiter. Etwas skeptisch schaute er uns noch eine Weile hinterher und zur Sicherheit tauschten wir noch Handynummern aus, man weiß ja nie…
Ziemlich planlos machten wir uns einfach mal auf, weg von der Straße, ab ins Hinterland. Über Feldwege, vorbei an einem kleinen Wasserreservat und einem Haus mit wild bellenden, uns verfolgenden Hunden ging es weiter ohne Ziel voran. An sich war es ja ganz schön einfach so ein bisschen durch die Landschaft zu laufen, aber als es dann auch noch anfing zu regnen und kalt zu werden, war es nicht mehr ganz so toll. Nachdem es auch nicht den Anschein machte besser zu werden, machten wir uns wieder auf den Weg zurück, über matschigen Boden und vorbei an dem Haus mit den Hunden, die mich auch noch ansprangen mit ihren nassen und schlammigen Pfoten. Zum Glück hatten wir noch die Nummer von unserem Taxifahrer und so mussten wir nur etwa zehn Minuten warten bis er uns klatschnass abholte und zurück nach El Ángel brachte. Nach einem nicht gerade erfolgreichen Tag machten wir uns wieder zurück nach Ibarra, um uns dort mit einer richtig guten Steinofen Pizza zu belohnen. Als wir allerdings der Preis erblickten, welcher sich schon im zweistelligen Bereich bewegte (was für ecuadorianische Verhältnisse und unser Budge sehr viel ist), entschieden wir uns doch um, und landeten (wie eigentlich immer wenn wir nichts besseres finden^^) in einem chinesischen Restaurant, wo es ,abgesehen von der Bedienung, auch akzeptabel war.
Trotz ein paar Fehlschlägen und Pech war es am Ende doch ein recht schöner Tag in Ibarra und Umgebung und hat einen Besuch gelohnt^^

Am nächsten Morgen (Freitag) machten wir uns früh auf den Weg zu unserem nächsten Ziel: Tulcán.
Tulcán liegt noch einmal zwei ein-halb Stunden nördlicher von Ibarra und nur noch 6km von der kolumbianischen Grenze entfernt. Kurz nachdem wir in unserem Hostel angekommen waren machten wir uns auch schon gleich wieder mit einem Taxi auf den Weg über die Grenze zu den
„Las Lajas“, was eine gigantische Kirche ist, die kurz hinter der Grenze liegt. Von außen sieht das ganze aber ehrlich gesagt um einiges beeindruckender aus, als von drinnen^^ so machten wir noch ein paar Bilder, gingen zu einem Wasserfallt und chillten noch ein bisschen an einem Fluss auf großen Felsen bevor wir uns schon wieder auf den Rückweg nach Ecuador machten. Die Grenzüberquerung war an sich auch überhaupt kein Problem, und da so gut wie nichts los war (außer auf der Straße wo sie sicher einen Kilometer in jeder Richtung standen), waren wir in ein paar Minuten durch und sind nun stolze Besitzer eines Kolumbischen Stempels im Pass :D
Abends gab es dann endlich die Pizza, die es eigentlich schon am Vorabend hätte geben sollen: eine mega Hawai-Pizza, die eigentlich für eine ganze Schulklasse gereicht hätte, aber am Ende von den zwei Jungs alleine verputzt wurde xD
Für den nächsten Tag stand mal wieder eine Wanderung an; diesmal auf den Volcán Chiles (4768m), der direkt auf der Grenze zwischen Kolumbien und Ecuador liegt, von uns aber von der ecuadorianischen Seite bestiegen wurde (aber auch als illegaler Übergang über die Grenze benutzt werden kann :D ).
Obwohl der Berg zwar nicht sehr weit weg liegt, war es trotzdem wieder eine Herausforderung erst einmal dorthin zu kommen. In Tulcán fanden wir ein Camioneta, die uns bis nach Tufiño gefahren hat und als unser Fahrer erfuhr, wo es hingehen soll, bot er uns natürlich gleich an, weiterzufahren für 15$ Aufpreis. Vorbei ging es an grün leuchtenden Lagunen und den bekannten „Frailejones“, oder auch graue Mönche genannt, die nur in diesem Gebiet wachsen. Ausgesetzt wurden wir dann an einem Pass auf 4090m, wo schon ein Schild mit Volcán Chiles stand; leider blieb das auch das einzige Schild für diesen Tag, das wir sichteten.
Dummerweise hatte ich am morgen meinen Kompass im Hostel liegen gelassen und so mussten wir uns nur ausgestattet mit meinem Wanderführer auf den Weg begeben. Das Wetter war leider mal wieder typisch winterhaft, und somit die Sicht ziemlich bescheiden mit dichtem Nebel. Dick eingepackt mit Mütze und Handschuhen machten wir uns dennoch auf den Weg und liefen einfach mal bergauf. Laut Reiseführer sollten wir zu einem Tümpel laufen und dann einen Fluss überqueren. Das Problem war nur, dass wir leider keins von beidem fanden, dafür aber eine kleine Hütte und einen riesen Strommasten, welche aber nicht mit einem Wort erwähnt wurden. Das fing ja schon super an…nach zehn Minuten laufen wussten wir nicht weiter :D zusammen grübelten wir noch einmal wie es wohl weitergehen konnte, aber dank der „super“ Sicht hatten wir auch keine Ahnung wo überhaupt unser Ziel ist. Irgendwann entschieden wir uns dafür wieder umzudrehen und noch einmal von vorne anzufangen. Immer noch genauso planlos starteten wir Versuch Nummer 2 und entschieden uns am Ende nur wieder für den gleichen Weg nach oben zum Strommasten, da uns wirklich nichts anderes übrig blieb. Das Wetter hatte in der Zwischenzeit ein wenig aufgeklart, so dass wir ein paar Meter weiter schauen konnten als zuvor und auf einmal entdeckten wir tatsächlich ein paar Pfützen im Gras, die man mit viel Fantasie als Tümpel oder vertrockneten Fluss deuten konnte. Hüpfend, von Grasfleck zu Grasfleck, überquerten wir das kleine Tälchen und kamen schließlich zu einem weiteren kleinen Flüsschen dem wir entlang folgen sollten. Schon bald wurde aus dem einen allerdings zwei, so dass wir wieder etwas ratlos dastanden. Gegen später, als wir schon viel Krackselei steil nach oben hinter uns hatten, stellte sich dann heraus, dass wir uns mit dem rechten Weg mal wieder für den falschen entschieden hatten und mussten irgendwie wieder auf die andere Seite des Kammes kommen. Ziemlich ratlos und noch immer mit mega schlechter Sicht zogen wir weiter und hofften einfach dass wir halbwegs richtig sind. Immer wieder klarte es zum Glück für wenige Sekunden auf und wir versuchten in dieser kurzen Zeit etwas mehr Orientierung zu bekommen und tatsächlich entdeckten wir irgendwann für einen kurzen Moment die lang ersehnten zwei kleinen Seen, die uns versicherten, dass wir doch richtig sind.
Unsere wirkliche Rettung waren allerdings die Steinmännchen, die irgendwann aus dem Nichts auftauchten, an welchen wir uns weiter nach oben entlang hangelten. Zwar gingen wir nun eine andere Rute als in meinem Reiseführer, aber der brachte uns ohne Kompass, Höhenmesser und mit der Sicht ziemlich gar nichts und so waren die Steinmännchen noch die bessere Alternative. So stiegen wir immer weiter auf und die Chance den Gipfel zu erreichen schien nun wieder etwas greifbarer. Immer wieder wurden kleine Pausen gemacht, da man bei der Höhe einfach nicht so zügig durchlaufen kann und dazu kam auch noch der sandige Untergrund auf dem man sozusagen zwei Schritte nach oben ging und einen wieder hinunter rutschte. Ab und zu entdeckten wir sogar ein kleines Häufchen Schnee und so ließen die ersten Schneebälle nicht lange auf sich warten. An dieser Stelle muss ich mal ein große Lob an meine Wanderschuhe loswerden: egal wie kalt es ist, wie windig, wie nass, meine Füße sind immer super warm und trocken und zählen deswegen inzwischen schon zu meinen absoluten Lieblingsschuhen! :D Und meine neue Löwen-Wandermütze hat ihren Test auch bestanden^^
Irgendwann hörten dann leider die Steinmännchen auf (oder wir sahen sie zumindest bei dem Nebel nicht mehr) und so mussten wir wieder etwas planlos weiter. Irgendwann fingen wir sogar an zu klettern, da nach oben kommen ja nicht so falsch sein konnte. Der „Weg“ und die Sicht wurden allerdings immer schlechter (und gefährlicher) und so entschieden wir uns irgendwann stopp zu machen und legten unser Gipfelvesper eben schon auf einem Vorgipfel ein. Etwas schade war es natürlich, dass wir es nicht bis ganz ganz nach oben geschafft haben (es hätten auch nur noch ein paar Meter gefehlt) aber in Anbetracht dessen, wie der Tag angefangen hat, hätten wir nicht gedacht, dass wir es überhaupt noch so weit nach oben schaffen würden, ohne uns zu verlaufen oder auf einmal in Kolumbien zu landen ;) Der Abstieg hingegen verlief ohne Probleme, da wir den Weg nun kannten und den riesen Strommasten auch noch als Orientierung hatten. Man muss aber echt sagen, dass mein Wanderführer bei dieser Rute etwas versagt hat, und mit Angaben wie „einen Fluss überqueren“ nur noch mehr Verwirrung geschaffen hat, wenn es einfach keinen Fluss gibt und so wichtige Anhaltspunkte wie eine Hütte oder ein riesen Strommast werden nicht einmal erwähnt; eine E-Mail an den Verlag steht auf jeden Fall noch an, und vielleicht wird es ja dann bei der nächsten Auflage etwas besser beschrieben^^
Zurück ging es dann per Anhalter, da es keine Busse gab (naja, einer kam sogar als Anna und ich schon unten waren, aber da Milan und Thomas noch große Fotosession machten, verpassten wir diesen leider). Aber so kamen wir immerhin schon für umsonst zurück (ein kleines Trinkgeld hinterließen wir aber trotzdem) und hatten nach dieser langen Wanderung einen warmen Sitzplatz (außer Thomas, der musste hinten auf der Ladefläche sitzen, weil vorne voll war :D ).
Am nächsten Morgen war leider schon wieder Abreisetag, da noch ein paar Stunden Busfahrt vor uns lagen. Aber die eigentliche Hauptattraktion Tulcáns (abgesehen vom Grenzübergang natürlich) konnten wir uns nicht entgehen lassen, und so ging es morgens nach dem Frühstück noch auf den Friedhof :D andere Städte haben schöne Kirchen oder Statuen und Tulcán eben einen besonders schönen Friedhof^^ (heißt es zumindest immer). Das besondere sind aber eigentlich nur die aus den Hecken geformten Tiere, Figuren oder Bögen, durch die man durchläuft; alleine deswegen ist Tulcán aber eher keinen Besuch wert. Gegen Vormittags saßen wir dann wieder im Bus Richtung heimwärts und schafften es sogar in weniger als vier ein-halb Stunden bis nach Guayllabamba; unseren Bus verpassten wir leider trotzdem um ganze zehn Sekunden…
Und obwohl nicht alles an diesem Wochenende so lief wie geplant, wir bei Hin- und Rückweg den Bus verpassten und es auch nicht bis ganz auf den Gipfel schafften, war es doch mal wieder ein tolles Wochenende, an dem wir neues zu sehen bekamen und sogar um einen Stempel im Pass reicher sind^^

Noch kurz ein Kommentar zum Meerschweinchen-Essen:
Durchaus lecker und auch recht zart, aber vom Geschmack her einfach wie Hühnchen und besonders viel ist an einem so kleinen Ding auch nicht dran. Aber es war trotzdem mal eine Erfahrung wert und sollte mir Annas Familie mal wieder eins anbieten, werde ich auch nicht nein sagen ;)





Ibarra/ Tulcan/ Kolumbien/ Canoa

14 11 2011

Ich sollte eindeutig weniger unternehmen und anfangen daheim zu bleiben :D ich komme einfach nicht mehr mit Blogeinträgen hinterher^^

Folgendes habe ich in den letzten Wochen erlebt, bin aber noch nicht zum schreiben gekommen:

- Meerschweinchen gegessen

- In Ibarra, Tulcan und Kolumbien gewesen

- den Vulkan Chiles  bestiegen

- über die Feiertage am Meer gewesen zum Sonne tanken

- surfen gelernt

- Paragliden gewesen

- erstes Zwischenseminar in Quito gehabt

 

 





Report about the first quarter

11 11 2011

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Pünktlich zum 01.11. stand der erste Quartalsbericht für das BMZ, meine Organisation hier und die in Deutschland, an, welcher in englisch geschrieben werden muss. Er bietet noch einmal eine kleine Zusammenfassung von meinem Leben hier, allerdings ohne große Reiseberichte^^

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Report about the first quarter

Unbelievable how fast time passes by, but the first three months, since I came here to Ecuador, are already over!
In the following article I want to try to summarize what interesting and exciting things I have experienced in my first 92 days in this wonderful and always surprising country.


First three weeks in Quito:

Like all the other volunteers that came with my organization “Experiment e.V.”, I stayed the first three weeks with a host family in the capital city, Quito, to take a Spanish class and learn about Ecuador’s culture and how to teach English in school.

View over Quito and the “Cotopaxi“ in the background

On the weekends we had time to discover more of Quito, climb up mountain “Pichincha” or go to the famous market in Otavalo. It was also a good time to get to know the other volunteers, since we didn’t know all the others before. I really enjoyed my time in Quito; I could learn a lot about the culture, the language, try the food and also get mentally ready to leave for my small town, called Piganta.
Not knowing a lot about Piganta, the family nor the project, we definitely had a reason to be a little bit nervous but still, I felt ready to leave and start a new adventure there!

My family:

Like I already did in Quito, I also live here in Piganta with a host family: the Perugachis. I have three siblings: Dayana (9), Jasmin (11) and Andy (13) and my host parents Marina (30) and Ivan (33).

My host family in Piganta: Ivan, Andy, Dayana, myself, Marina y Jasmin

I’m happy to be able to say that I honestly enjoy living with them and wouldn’t like to change with any other family in town. My host dad works on the farm of the village and my host mum is most of the time at home working in the yard, cooking or washing clothes.
A few minutes after Dayana and I come back home from school around 1.30 p.m., my other two siblings are leaving from High School as well. In the afternoons they do their homework and I try to help wherever I can, but most of the time with English and Mathematics. After that we often work all together outside, cleaning and feeding the pigs, picking fruits, or peeling seeds from a fruit called “zambo”. It is kind of like a pumpkin but it is green from the outside and white in the inside. But this is what I do most of the time when I work with my family: One day we have to pick or collect the fruit, open them (they are really heavy and not easy to open) and get all the seeds out. The next day, after they dried over night, we can start peeling them. This can take forever and after two hours we have to stop and take a break because our thumbs and fingers start to hurt. But those hours are also good just to talk with my host parents and get to know the Ecuadorian culture and society better and also themselves of course.

With my two host sisters and their grandma on a mountain feeding the cows with salt

When it starts to get dark, what happens every day around 6.30 p.m., we are heading back to the house to cook dinner or do some more homework. And night, after dinner, we often watch TV or play some card games together. But since we all need to get up early in the morning we are going to bed pretty soon to get enough sleep.


Food:

The food depends a lot on what part you live in Ecuador, but one thing that you will definitely always find, is rice. And that’s probably also the one thing most volunteers are complaining about; to eat rice every day, sometimes even for breakfast. But apart from that and all the beans they eat,

Fresh fruits like Granadilla, Pitahaya or sweet cucumber

they also have a lot of great and exotic fruits to offer like passion fruit, papaya or mango. In the morning and for dinner my family also always makes fresh juices or milkshakes what I enjoy a lot of course. Or when I sometimes leave the town on weekends to visit other places I also buy a lot of fruits just because they are so good and fresh, like you’ll never find them in Germany; I guess that’s what I am going miss a lot when I have to go back home.
Mostly we only have rice, potatoes and beans to eat or sometimes, depending on how much money is left, also broccoli or meat. What they don’t eat, or hardly ever, is salad; so I started to make a big mixed salad at least once a week, and surprisingly they even started eating it a little bit.
If you go more to the west, to the coastal area, they start serving a lot more seafood and fish. And also great dishes with coconut milk for example.
One thing you also have to get used to, are the portions; they are just huge! At first I never could finish my plate, but after a while I started eating a little bit more and my family started serving a little bit less, after I told them thousands of time that I really like the food, but just can’t eat that much. One of my favorite dishes here is a soup made of that fruit called zambo with potatoes, corn, onions, a little bit of milk and a lot more; it’s just delicious!

My work in the school:

Monday through Friday I work in the school in Piganta, teaching English and a computer class for children, which are four to eleven years old.

Monday morning: All the students waiting to sing the national anthem

I have to admit I thought it would be a little bit easier at first. Sometimes it’s pretty hard to try to teach English to children who can’t even speak their own language yet, or teach the parts of the computer without letting them use it because there are still just too young.
But also we have a lot of fun in class and they like to learn a lot and are happy when I give them homework. But it always depends, there are days when just nothing works and I have to yell at them or even leave the class because it’s just too much, and there are days when we are just laughing, fooling around and learning a lot because they just want to and listen to what I say; those are the days when I really enjoy teaching.
All in all my school has 52 students and seven teachers, including myself. Although this isn’t very big, my school has a lot of equipment like ten computers even with internet, one book for the English and computer class where I make copies from, and even a school cafeteria (well you can’t really call it cafeteria, but there is a small kitchen and chairs and tables for the children). Every morning we get fresh milk for free from the farm in town and cookies to eat with from the government. After school the kids can stay a little bit longer to eat lunch since most of the parents are still working and nobody would be at home cooking. For that the school hired a woman who cooks the food which every family has to buy one time; either soup with noodles and potatoes or rice with beans.

With my kids from 2nd grade

The English and computer books we got this year for the first time are really a big help. Since I didn’t know a lot about teaching before, it gives me a lot of ideas and makes it easier to prepare classes.
But still I can’t really use all the material that’s given in the books. Often I even have to work with the students from 6th grade with the English book from 4th grade or in my computer class with the students from 5th grade with the book from 2nd grade because they are just not on that level yet. But my goal for the end of the year is to get them a lot closer to the level given in the books or even get them on that level.

My work in environmental projects:

Like it already said in the description of my project, my work will not only be in the school but also a little bit in the environment.

All the volunteers from Atahualpa in the forest

All six of us meet up twice a month on Saturdays with our local coordinator, Gladys Flores. Together we get to know the environment better, for example, by going into the forest and taking pictures of the plants to write down later how they are called. We also collected little trees which wouldn’t survive in the woods but now can be planted in Atahualpa in the tree nursery. Also in Minas there is a tree nursery where we can work on Saturdays and do reforestation. One Saturday we went with all the seniors from High School and planted about 600 trees in a little village nearby.

Carrying the trees uphill to plant them

We also get to know the mountains and some of the waterfalls in the region so that we can show them later on to tourists and be guides for them.
The nature around here is really pretty and there is a lot more I want to learn about so I can show it later on to other people who are interested in.


The town: Piganta

Piganta is a really small village; I tried to find it in Google Earth but no chance, it’s just too small! You can even say that with its 400 cows, the humans are outnumbered.

View from y school over town and to the mountain Fuya Fuya which is hidden in thick clouds

There is not a lot you can do in this village, but everything you need they sell in the only little shop (it is always closes though and if you want to buy something you have to yell and hope that owner hears you and opens for you). To the next bigger town, Atahualpa, you can drive with the motorcycle in about 20 minutes. There are no busses leaving from Piganta so I always have to ask my host brother to give me a ride or call a taxi for 5$ if I want to leave town. Only once a week, on Sundays in the morning, there is one bus going from Piganta to Minas, which is bigger than Atahualpa and one hour away. There you can buy everything that you can’t find in Piganta, like meat, fruits, vegetables or also clothes. 
Most of the people living here work, like my host dad, on the farm of the village or also on the flower plantation.On Sundays in the afternoon most of them meet up to play volleyball together and the families are watching, too. Often they are playing for money or potatoes and sometimes my host dad wins as well.

Weekends:

Since we work Monday through Friday we have the weekends off to travel a little bit and visit nearby places. Often we go to Quito to buy things that we can’t get around here, like chocolate for example. Or if we want to cook some German dishes for our host families, Quito is the easiest place to get the ingredients.

Lake of Cuicocha

Once we went to the lake of Cuicocha, which is close to Otavalo. It is a crater lake with two little islands in it and it’s supposed to be one of the prettiest crater lakes in Ecuador. For four, almost five hours, we were hiking around the lake, going up and down and also enjoying the beautiful view.

Another weekend we went to visit the other volunteers in their town Pedro Vicente. Compared to Quito or my town, which lies on 2200m, their town lies very low and therefore it’s a lot more humid and warm. They showed us a little bit around and the next day we went into the jungle, learned a lot about the plants and fruits there and afterwards stopped by a waterfall to go swimming.

Swimming under a waterfall In Pedro Vicente with the other volunteers

Although I enjoy teaching and being around the little kids, I am also happy when the week is over and I can leave for the weekend and take a little break. It’s good to leave sometimes this little town and visit other places as well in this beautiful country.

I hope with this article and the pictures I could show you a little bit of my life here in Ecuador/Piganta and my work in the school and environmental projects.

Melanie Buck, ADECSA in Piganta, 2011-2012





Ein typischer Schultag

7 11 2011

Im folgende möchte ich zur Abwechslung auch mal wieder etwas zu meiner Familie und meinem Schulalltag hier schreiben, damit es nicht so rüber kommt, als wäre ich nur am Rumreisen :D denn unter der Woche bin ich in der Tat auch am Arbeiten, sowohl in der Schule als auch daheim!^^

Ein typischer Dienstag in meinem Leben hier in Ecuador:

Pünktlich wie jeden morgen klingelt der Wecker um 5.50 Uhr und relativ ausgeschlafen, da ich hier ja immer schon gegen spätestens 21.00 Uhr ins Bett gehe, stehe ich auf. Auf dem Küchentisch steht inzwischen schon fertig zubereitet mein Frühstück, dass wie folgt aussieht: Ein Batido (Milchshake) oder frisch zubereiteter Saft, dazu eine Tasse Milch mit Kaba, ein gekochtes Ei und süße Brötchen oder Croissants. Das Ei und ein Brötchen kommen inzwischen immer schon gleich in meinen Rucksack, um dann in der ersten Pause gegessen zu werden. Keine fünf Minuten nachdem ich mich an den Tisch gesetzt habe, ist auch Schnuffel (mein  Hund) neben mir am Boden und schaut mich mit seinen großen Augen an, in der Hoffnung auch etwas abzubekommen, was meistens auch klappt^^.
Während ich in aller Seelenruhe meinen Kaba schlürfe sitzen mir Jasmin und Andy, fein herausgeputzt in ihren Schuluniformen, gegenüber und schaufeln hektisch ihren Reis mit Bohnen (oder was es eben am Vorabend gab) in sich hinein, da sie wie immer spät dran sind. Schnell werden noch alle Schulsachen zusammen gepackt und die Hausaufgaben vorgelegt zum Unterschreiben, bevor sie um 6.20 Uhr bereits das Haus verlassen müssen. Etwas später kommen dann auch Dayana und Ivan aus ihren Zimmern und warten, dass Marina ihnen das Essen auf den Tisch stellt, welches dann genauso schnell in den Mund befördert wird^^.
Um 6.40 Uhr verlassen dann auch Dayana und ich das Haus und begeben uns auf den 15-minütigen Schulweg, auf dem meistens noch andere Schüler getroffen werden, die einen dann laut mit einem „Buenos días Profe“ begrüßen. Kommt ein Auto oder Motorrad vorbei, wird auch immer gehupt und die Hand gehoben als Begrüßung, egal ob man sich kennt oder nicht.
Pünktlich um kurz vor sieben sind wir dann an der Schule, wo auch gerade mein Rektor und Profe Sandra ankommen, und in der Küche schon die kostenlose Milch der Hacienda für die Schüler warm gemacht wird. Nachdem mir jemand mein Klassenzimmer aufgeschlossen hat (da ich leider noch keinen eigenen Schlüssel habe) wird erst einmal der Stundenplan heraus geholt und Unterricht vorbereitet. Für Dienstag steht also an: Informatik 7°, Informatik 1°, Englisch 2°, Englisch 6°, Informatik 3° und Englisch 5°.
Wenn nicht gerade Montag ist, an dem sich morgens immer alle zuerst auf dem Schulhof versammeln und die Nationalhymne singen, klingelt so gegen 7.15 Uhr die Schulglocke und alle begeben sich, falls sie schon fertig sind mit Milch trinken und „Bildungskekse“ essen, in ihre Klassenzimmer. Ich habe meistens die erste Stunden frei, um meinen Unterricht für den Tag vorzubereiten und Kopien für die Schüler zu machen, da nur ich jeweils ein Buch für Englisch und Informatik habe. Anhand von Stichpunkten und Ideen in meinem Block, welche ich am Abend zuvor gemacht habe, suche ich dann in den Büchern geeignetes Material oder erstelle gegebenenfalls selbst am Computer ein Arbeitsblatt für die Schüler. Meistens sieht das so aus, dass ich einfach alle Bücher durchstöbere, da man mit den Angaben, für welche Klasse das Buch bestimmt ist, nicht sehr viel anfangen kann. So arbeite ich z.B. selbst mit der vierten Klasse noch mit dem Informatikbuch der Ersten oder Zweiten, oder mit der Sechsten in Englisch mit dem Buch der Vierten.
Um 7.55 Uhr steht dann bereits meine erste Klasse für diesen Tag an: Informatik mit der Siebten. Fünf Minuten später erscheint wie immer noch kein einziger zum Unterricht und so mache ich mich auf die Suche nach meinen Schülern. Die ersten entdecke ich beim Fußball spielen und sobald sie merken, dass ich es auf sie abgesehen habe, kommen schon begeisterte Rufe wie „Yeah, Computación, Computación“ :D die nächsten hocken vor ihrem Klassenzimmer, da mal wieder, wie eigentlich immer, der Lehrer nicht erscheint, sondern sich erst zur zweiten Stunde oder später blicken lässt, und das obwohl er direkt im Dorf wohnt, wie die anderen Lehrer, und diese es doch meistens pünktlich zum Klingeln in die Schule schaffen. Wenn dann irgendwann mal alle zusammen getrommelt sind und in meinem Klassenzimmer sitzen, kann der Unterricht mit den noch verbleibenden 30 Minuten beginnen. Erst mal werden zur Sicherheit nochmal die Computerteile wiederholt, um auch sicherzustellen, dass die Tastatur nicht zum sehen, sondern zum Schreiben da ist, und die Lautsprecher zum  Hören und nicht zum Einschalten des Computers^^ Danach können wir uns dann ein bisschen mit Ordner erstellen, umbenennen und löschen beschäftigen, da wir uns ja hier immerhin schon in der siebten Klasse befinden. Sogar Word öffnen und halbwegs richtig schreiben (mit nur einmal Leertaste drücken nach jeden Wort, Groß- und Kleinschreibung und Punktsetzung) klappt bereits. Und falls mal etwas nicht ganz klappt, oder wild irgendwelche Tasten gedrückt wurden, so dass danach das Programm spinnt, wird natürlich erst mal ganz laut und eindringlich „Profe, Profe, Profe“ gerufen und zwar entweder solange bis man laut zurück schreit er soll gefälligst warten, da man grad wo anders beschäftigt ist, oder eben schnell zu ihm gerannt kommt und ihm alle Aufmerksamkeit widmet. Kaum dort angekommen ruft es aber schon wieder aus der anderen Ecke „Profe, Profe, Profe, venga!!!! (Kommen Sie mal)“, nur um mir dann beispielsweise zu zeigen, dass er gerade einen Punkt nach dem Satz gesetzt hat?!

Die dreißig Minuten hinter mich gebracht, steht schon die nächste Computerklasse auf dem Plan, diesmal mit den Jüngsten (zehn 4-5 jährige). Nachdem ich in der ersten Stunde mit ihnen den Fehler gemacht hatte, bereits in den Computerraum zu gehen, waren wir danach nur noch im Klassenzimmer, da wildes rumgehaue auf der Tastatur und Mäuse, die auf den Boden geschmissen werden, sicher nicht sehr gut sind! Nun lernen wir eben erst einmal die verschiedenen Teile kennen und malen fleißig den Bildschirm aus, üben mit welchen Fingern man auf der Maus klickt und wie man sich im Computerraum benimmt. Nachdem die erste Klasse meine Problemklasse ist (einfach weil sie noch so jung sind und absolut null zuhören wollen, ständig nur umher rennen, sich schlagen, gegenseitig vollmalen und sich die Stifte klauen) ist nun zum Glück auch die Lehrerin mit dabei und greift ein, falls einfach nichts mehr geht. Gedroht wird dann damit, dass ich in Zukunft nicht mehr unterrichten werde und es am Ende der Klasse keinen Smiley-Sticker geben wird^^ Das erzielt dann auch tatsächlich Wirkung, aber meistens leider auch nur für die nächsten fünf Minuten…Am Ende der Klasse bin ich dann meistens so fertig, dass ich die kommende zwanzig-minütige Pause nötig hab, um wieder meine Stimme zu erholen und neue Kräfte zu sammeln :D Mit meinem mitgebrachten Vesper setz ich mich dann erst mal in die Sonne, womit ich aber so ziemlich die einzige bin, da alle anderen Kindern Sonnen-scheu sind und lieber in den Schatten hocken. Das hält dann aber meisten doch nicht lange an, und keine Minute später bin ich umzingelt von den Kleinen, die mich dann mit allmöglichen Fragen bombardieren, z.B. warum ich blaue Augen habe, wie meine Eltern heißen, oder ob ich schon Kinder hätte (bei der Frage kommt dann immer die größte Verwunderung auf, wenn ich erzähle dass ich mit meinen 19 Jahren noch kein einziges Kind hätte xD). Danach werden noch meine blonden Haare bewundert und jeder fährt mindestens einmal durch, um auch mal „deutsche Haare“ angefasst zu haben :D Gegen 9.35 Uhr, oder eben wenn ein Lehrer gerade dran denkt, klingelt wieder die Glocke, und die Kinder rennen in ihre Klassenzimmer. Für mich steht dann Englisch mit der Zweiten (neun 6-7 jährige) an.
Mit meinen Unterrichtsmaterialien beladen begebe ich mich in ihr Klassenzimmer, da ich auch hier den Fehler nicht mehr begehen werde und die Kleinen in mein Zimmer kommen lass (rennen nur rum, klettern in die Schränke um zu Schlafen, unter die Tische, hauen mir ab in den Computerraum, etc…)^^ Als erstes singen wir immer folgendes Lied auf englisch, was sie schon kannten: „Good morning teacher, good morning teacher, how are you? How are you? Very well thank you, very well thank you. How are you? How are you?” und zwar mit der Melodie von Bruder Jakob. Das klappt auch echt schon super, bis eben auf den Teil „very well thank you“, da erkennt man dann eher nur noch die Melodie, aber gut…:D Fragt man dann allerdings, was das nun auf spanisch bedeutet, wird aus der einen Ecke laut gerufen „GREEN“, während aus der anderen kommt „TWO“ xD…hauptsache jeder haut einfach mal ein englisches Wort raus, in der Hoffnung, dass das die Antwort auf meine Frage ist^^ Danach machen wir mit den Zahlen 1-5 weiter, nachdem die Farben rot, blau, grün und gelb inzwischen schon sehr gut sitzen. Die Aufgabe bestand eigentlich nur darin, auf einem Arbeitsblatt Früchte auszumalen und der Anzahl entsprechend der richtigen Nummer zuzuordnen (englisch war dafür ja noch nicht einmal nötig). Bei einigen klappte es auch super und die vier Bananen wurden auch in gelb und nicht rot angemalt und der Zahl 4 zugeordnet. Der kleine Otilino hingegen hatte aber bereits Schwierigkeiten eine fünf von einer drei zu unterscheiden und verzählte sich andauernd, so dass er eben die zwei lila angemalten Birnen einfach mal der drei zuteilte^^ während die ersten schon wieder fertig waren und ungeduldig „Profe, Profe“ riefen und als ich nicht reagierte, weiter machten mit „Señorita Melanie! Señorita Melanie! Venga! Venga! Señorita Melaniiiiie!“, waren andere immer noch bei den ersten Früchten und hatten auch schon nicht mehr die Konzentration und Lust weiter zu machen, sondern hefteten sich lieber an mich dran und sorgten dafür dass ich keinen Zentimeter mehr vorwärts komm. Irgendwie klappt es am Ende dann aber doch immer dass wir wenigstens halbwegs mit dem von mir geplanten Programm durchkommen und etwas bleibt dann sogar immer in den kleinen Köpfen hängen^^
Die zwei anstrengendsten Klassen (1. und 2.) für diesen Tag hinter mich gebracht, geht es normalerweise gleich ohne Pause weiter mit der Sechsten, wo auch meine Gastschwester Dayana drin ist. Hier sind es hingegen nur fünf Schüler und auch noch Anständige, sich nicht Schlagende und Wissbegierige, deswegen auch eine meiner Lieblingsklassen^^ Da Profe Diego aber an dem Tag krank war, durfte die ganze Klasse wieder nach Hause gehen und hatte gar keine Schule.
Nicht selten kommt es hier vor, dass ein Lehrer oder auch mehrere einen Tag fehlen, sei es weil sie krank sind, einen Tag früher ins Wochenende wollen oder etwas in Quito erledigen müssen und damit immer die ganze Stufe zu Hause bleiben kann. Für mich heißt das, dass ich einfach eine Freistunde hab, in der ich entweder Unterricht vorbereiten kann, mein Klassenzimmer auf Fordermann bringe, Blog-Einträge schreibe oder auch ins Internet gehen kann…vorausgesetzt es gibt natürlich welches an diesem Tag, was aber auch immer Glückssache ist.
Um 10.15 Uhr steht dann schon die zweite 20-minütige Pause an und oft ist die Sonne dann schon weg und es ist um einiges kälter, wenn auch noch Wind dazu kommt. Nicht immer sind die Pausen aber so friedlich, so dass es auch vor kommt, dass sich mal wieder zwei Kinder schlagen (einer davon ist eigentlich immer der gleiche) und ich dann eingreifen muss weil irgendwie kein anderer Lehrer auffindbar ist. Da sich mein Spanisch aber noch immer in Grenzen hält, beschränkt sich das Eingreifen auf die Kinder auseinander bringen und anschließend beiden einen bösen Blick zuzuwerfen, und natürlich ermahnend ihren Namen sagen, was aber eigentlich auch schon immer ausreicht^^
Um 11.15 Uhr geht es dann weiter mit der Dritten in Computación (Informatik). Im Vergleich zur 1. und 2. besteht hier ein riesen Unterschied, nicht nur was Disziplin angeht, sondern auch was sie schon können und verstehen. Zwar sind auch diese fünf teilweise sehr anstrengend und machen was sie wollen, so dass ich teilweise doch lauter werden muss, aber dann ist meistens auch wieder gut und es kann weiter gearbeitet werden. Für diesen Tag stand also an, wie man Word öffnet und schließt und anschließend sollte das ganze nur noch ins Heft geschrieben werden, damit sie es beim nächsten Mal einfach nachlesen können und ich nicht wieder alles erklären muss. Leichter gesagt als getan! Das Anschalten des Computers klappt schon ganz gut (naja, außer wenn es dann darum geht den Benutzter auszuwählen, da kommt dann immer die Frage: „Profe, sollen wir jetzt auf ‚Lehrer‘ oder ‚Schüler‘ klicken??“, „Naja, was seid ihr denn, Schüler oder Lehrer?“ darauf folgt immer Gegrinse und Gelache und zur Sicherheit nochmal die Frage, ob sie jetzt wirklich auf Schüler klicken sollen oder doch lieber auf Lehrer…und das geht so jedes Mal wenn sie den PC anmachen)
Danach erkläre ich einmal wie man zu Word kommt, mache es vor und schreibe es an die Tafel, bevor ich die Schüler ausprobieren lasse. Keine zwei Sekunden später schallt es dann aber schon wieder aus allen Mündern „Profe, Profe, venga! Soll ich jetzt wirklich DA drauf klicken?“ Und noch einmal fange ich an jedem zu erklären, wo er drauf klicken soll und verweise an die Tafel, wo doch eigentlich alles Schritt für Schritt, idiotensicher, steht. Die ersten bekommen es dann irgendwann tatsächlich hin, während eine andere es nicht einmal schafft auf das Start Symbol zu klicken. Mit viel Geduld fangen wir dann noch einmal von vorne an, diesmal zu zweit, ihre Hand auf der Maus und meine noch oben drauf, und arbeiten uns Schritt für Schritt durch. Eine halbe Ewigkeit später was es dann endlich auch bei ihr geschafft und uns blieben noch zehn Minuten übrig um vier winzig kleine Sätze ins Heft abzuschreiben; eigentlich genug Zeit – sollte man meinen. Nach fünf Minuten laufe ich einmal durch und stelle zufrieden fest, dass einer schon halb fertig ist, während andere aber noch nicht einmal das Datum kopiert haben, sondern vergnügt unter den Stühlen rumkrabbeln oder sich mit sonst was beschäftigen. Etwas lauter  meine ich noch einmal sie sollen sich setzten und abschreiben was an der Tafel steht, da nur noch fünf Minuten bis Unterrichtsschluss übrig bleiben. Auf einmal starren mich alle fünf mit weit aufgerissenen Augen an und fragen vollkommen überfordert: „Wie?! DAS alles sollen wir abschreiben?!“ Zur Sicherheit schaue ich noch mal an die Tafel, wo aber immer noch nur die Selben vier kurzen Sätze stehen und meine nur: „JA! DAS alles!! Fünf Minuten noch.“ Total entgeistert, als hätte ich gerade eine unlösbare Aufgabe gestellt widmen sie sich wieder ihrem Heft und fangen endlich an Buchstabe für Buchstabe zu kopieren. Weitere fünf Minuten später, pünktlich zu Unterrichtsschluss kommen dann tatsächlich zwei auf mich zu, die es geschafft haben die vier Sätze (bestehen aus 20 Wörtern) abzuschreiben – zwar mit mindestens 5 Fehlern, aber das war mir dann in dem Moment auch nicht mehr so wichtig. Die anderen beiden waren auch fast fertig, nur mein Problemkind hatte es mal wieder geschafft, so ziemlich jedes Wort (naja, sie kam nur bis zum ersten Satz) irgendwie falsch zu schreiben und zusätzlich auch noch in das Englisch-Heft, was mir blöderweise erst im Nachhinein auffiel (und um Gotteswillen, ich wollte sie nicht auffordern nochmal alles weg zu radieren und ein zweites Mal schreiben zu lassen, bei dem Schreibtempo!) Etwas verspätet konnte ich dann auch endlich diese Klasse davon schicken und für den Tag abhaken.
11.55 Uhr: endlich stand die letzte Stunde für den Tag an – Englisch mit der Fünften. Bei sechs Schülern, im Alter von 9-10 Jahren, sollte man eigentlich meinen, dass es sich ganz gut unterrichten ließe…naja, nicht ganz!^^ Meistens fängt der Unterricht damit an, dass Albaro (das Problemkind schlecht hin) mal wieder irgend ein Mädchen draußen schlägt, woraufhin sie heulend zu mir kommt und ich erst mal Albaro zusammen schnauzen muss und ihm drohe, ihn aus dem Unterricht zu verbannen. Nach fünf Minuten ist meistens auch alles wieder in Ordnung und wir können endlich den Unterricht mit den dreißig verbleibenden Minuten starten.
Auf der Tagesordnung steht: das Alter lernen (Zahlen 1-12 können sie schon, und so dachte ich mir, ist es eine tolle Art noch mehr die Zahlen zu benutzen und zu üben).
Wie Frage ich nach dem Alter und wie antwortet man – das war mein Ziel für die kommende Stunde. In der Freistunde davor hatte ich extra schon vier Sätze vorbereitet: Zwei Fragen und zwei Antworten: How old are you? I’am 10 years old – How old is Dayana? Dayana is 9 years old. Die Aufgabe bestand nur noch darin, die zwei Fragen zu identifizieren und die passende Antwort zuzuordnen. Das größte Problem bestand aber auch einfach schon darin, dass sie nicht erkannten, was Frage und was Antwort ist – selbst auf Spanisch nicht. So musste ich erst einmal erklären, dass ein Fragezeichen bedeutet, dass es eine Frage ist. Irgendwann konnten sie mir dann tatsächlich sagen, dass sich an der Tafel nur zwei Fragen und zwei Antworten befinden, sei es nun geraten oder wirklich gewusst, ich ließ es an dem Tag damit erst mal gut sein! Kaum war das eine Problem gelöst, bahnte sich schon wieder das nächste an. Nun brach ein großer Streit aus, wer nun die Fragen aufkleben darf und wer es an die Wand hängt. Wild rissen sie sich gegenseitig die Blätter und den Kleber aus der Hand und fingen an sich zu prügeln, bis ich einen lauten Schrei von mir gab und ihnen einfach alles wegnahm bevor sie es noch zerreißen! Nachdem endlich wieder etwas Ruhe eingetreten war, verteilte ich noch einmal die Aufgaben und tatsächlich hingen kurz darauf die Fragen und Antworten richtig zugeordnet an der Wand^^
Nun kam ja aber erst der eigentlich schwierige Part: die Sätze verstehen und anwenden bzw. andere Klassenkameraden nach dem Alter fragen. Und schon wieder stellte sich das Problem dass sie nicht verstanden, was die Frage ist, und was die Antwort. Ein paar Mal machte ich also genau vor, was sie fragen sollten und was die andere Person dann antworten muss. Irgendwann verstand es dann zum Glück meine Streberschülerin und fragte fleißig die anderen nach dem Alter, bloß wusste niemand was er antworten sollte. Und noch einmal übten wir die vier Sätze und ich zeigte schon immer genau auf die Wörter, die sie sagen mussten und trotzdem klappt es nicht ganz, weil sie sich einfach auch nicht trauen und dann sagen sie lieber gar nichts.
Kurz vor Schulschluss hatte es dann aber doch noch irgendwie bei zwei, drei Durchgängen geklappt und so entließ ich sie endlich für den Tag, fünf Minuten zu spät um 12.40 Uhr.
Zufrieden nach einem, zumindest auf ecuadorianische Art, gelungenen Tag, packte ich meine Sieben Sachen zusammen, verabschiedete mich von den anderen Lehrern und machte mich, leicht kaputt nach einem anstrengenden Tag, auf den Heimweg.
(Normalerweise gibt es immer noch direkt nach der Schule Mittagessen für alle, aber da die Eltern gerade kein Geld mehr haben, da die Hacienda, wo die meisten arbeiten, seit drei Monaten nicht mehr gezahlt hat, konnten sie kein  Essen kaufen und somit viel es für diesen Tag komplett aus.)

Welcome to Ecuador! ;)

Ps.: Bericht über mein Leben in der Familie hier kommt noch, aber nach fünf A4 Seiten brauchen meine Finger erst einmal wieder eine kleine Pause^^

 








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