Einmal mitbekommen wie eine geführte Wanderung aussieht, und was für ein Luxus das doch ist, den Gipfel zu erreichen, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass man sich verläuft (Wanderwege und Beschilderungen wie in den Alpen gibt es hier natürlich nicht!!^^), beschlossen wir für unseren letzten der drei Akklimatisierungsberge, den Iliniza Norte (5126m), auch einen Führer zu arrangieren. Gesagt, getan, ging es am Montag, den 19.12. (ich hatte frei weil ich am Samstag wegen dem Weihnachtsfest der Schule arbeiten musste), auf zum Iliniza, zusammen mit Anna und unserem Führer Marco. Die Nacht davor verbrachten wir in der Lodge des Reisebüros und bekamen ein riesen luxuriöses Zimmer, mit zwei großen Betten und natürlich eigenes Bad - ganz ungewohnt mal nicht in Metall-Stockbetten zu schlafen wie sonst immer in den Hostels
nur Nachts, kurz vor dem Einschlafen (naja Anna schlief leider schon), fing irgendwas riesen großes an wild zu flattern und durchs Zimmer zu fliegen, und das war sicher kein kleiner Falter!! Vor Angst fast in die Hose machend (und ich konnte ja nicht das Licht anmachen weil der Schalter viel zu weit weg war, da hätte ich ja durchs ganze Zimmer laufen müssen, und das wenn das Ding da rum fliegt…!^^) bin ich dann doch irgendwann, ganz versteckt unter der Bettdecke, eingeschlafen xD Ich glaub ja es war eine Fledermaus, aber ich weiß es leider nicht und Anna hat ja alles verpennt^^ Am nächsten morgen hieß es dann ganz früh aufzustehen, schnell noch etwas frühstücken, die „Box-Lunch“
einpacken und ab ins Auto. Da wir wieder früh zurück nach Quito mussten, beschlossen wir umso früher morgens aufzubrechen und so saßen wir bereits um vier Uhr morgens im Auto und machten uns kurze Zeit später mit Stirnlampen bewaffnet auf den Weg nach oben. Nach einer Stunde konnten wir die Stirnlampen bereits wieder ausschalten und mit etwas Tageslicht weiterlaufen. Da der Iliniza schon recht hoch liegt, ist die Luft bereits dünner und so gingen wir langsam aber gleichmäßig weiter nach oben um nicht zu sehr außer Puste zu kommen. Nach zwei Stunden erreichten wir dann das Refugio, wo man auch schlafen kann, und machten für eine Weile Pause im Warmen und tranken einen Koka-Tee, der gegen Höhenkrankheit helfen soll, die (haben wir ja auf dem Corazon gemerkt) mit ein paar Stunden Verspätung einsetzt. Nach einer Stunde hieß es dann Klettergurte anziehen und Helme aufsetzten, da es weiterging und der technische Teil anfing. Dick eingepackt gegen den kalten Wind ging es weiter und schon bald hieß es durch den Schnee weiterzulaufen. Immer wieder kamen rutschige Stellen im Schnee mit steilem Abgrund auf der Seite und vorsichtig mussten wir uns so an der Wand festhaltend langsam weitertasten. Die letzte halbe Stunde wurden wir dann miteinander mit einem Seil angebunden, falls wir beim Klettern stürzen sollten und ließen auch unsere Rucksäcke weiter unten. Langsam krackselten wir so die Wände nach oben, über teilweise sehr rutschigen Schnee, der eher nicht zum Klettern geeignet war und überwanden schließlich die letzten fehlenden Höhenmeter. Oben angekommen, es gab sogar ein mini-Gipfelkreuz (habe ich in Ecuador noch nie gesehen!), wurden wir erst einmal noch besser zusammen geseilt und am Gipfelkreuz festgebunden, so dass wir uns nun erst recht wie Hunde an der Leine vorkamen
aber lieber so, als von dort oben herunter zu fallen; der Gipfel war nämlich gerade so groß, dass wir uns dort zu zweit hinsetzten konnten und das war‘s auch schon^^ unser Guide war wohl auch etwas erschöpft und legte sich erst einmal quer auf einen Stein und ließ sich von der Sonne, die ein paar Sekündchen heraus kam, wärmen. Nach ein paar Fotos mussten wir auch schon wieder runter, und die Sicht war auch ehrlich gesagt wie immer nicht sehr berauschend, so dass wir nicht unnötig Zeit verschwenden wollten. Der Abstieg stellte sich als noch schwieriger heraus, und so brauchten wir etwas länger, da rückwärts runter klettern, bei diesen Bedingungen nicht gerade einfach ist. Ein paar Mal schlitterte ich auch schön und landete weich mit meinem Hintern im Schnee, aber das war nicht weiter schlimm, nur die Hände wurden immer nässer und kälter, da ich nur dünne Wollhandschuhe hatte, die so viel Schnee nicht Stand hielten^^. Irgendwann schlug dann allerdings das Wetter so richtig um, und es fing an zu hageln; erst leicht, dann immer stärker bis es fast weh tat!^^ um schleunigst zurück zum Auto zu kommen legten wir noch einen Gang zu und rannten fast den Berg hinab, was natürlich immer schwieriger wurde, da der Hagel liegen blieb und langsam alles matschig wurde. Nur nach vorne schauend, versuchte ich unserem Guide noch hinter her zu kommen, der so schnell von einem Graben zum anderen Sprang und sich immer weiter von mir entfernte. Irgendwann hörte ich dann Mal meinen Namen von ganz weit weg, schaute mich um und merkte, dass Anna nicht einmal mehr da war, sondern noch weiter zurück fiel und ausgerechnet auch noch ausrutsche und schön im Matsch landete. Irgendwann schafften wir es dann auch unseren Guide etwas zu bremsen und einen Gang zurück zu schalten, so dass wir halbwegs mitkamen (ich meine wozu hat man denn einen Guide, wenn der einem dann davon rennt und einen alleine zurück lässt?!). Nach 1,5 Stunden war dann aber auch der Abstieg geschafft und ich konnte mich endlich umziehen und mit dem Auto ging es zurück nach Quito, wo wir noch genügend Zeit hatten unseren Bus zu erwischen.
Damit hatten wir den letzten unserer drei Akklimatisierungsberge erfolgreich gemeistert mit 5126m!
Zwar hatte auch ich dieses Mal ein bisschen mit der Höhenkrankheit, in Form von Kopfweh (trotz des Koka-Tees^^), zu kämpfen, aber wir waren nun doch beide ziemlich positiv gestimmt was den Cotopaxi-Aufstieg betraf; und selbst unser Guide meinte, wir hätten diesen Berg in einer super Zeit gemeistert :] – das soll doch was heißen!
- unser hammer zweier Zimmer in der Lodge (und das für umsonst)
- Eiszapfen
- oben angekommen – angeseilt wie Hunde :D
- unser Guide hatte wohl auch eine kleine Pause nötig^^
- beim Abstieg hieß es wieder das ganze rückwärts hinuter zu klettern




























