Iliniza Norte

11 01 2012

Einmal mitbekommen wie eine geführte Wanderung aussieht, und was für ein Luxus das doch ist, den Gipfel zu erreichen, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass man sich verläuft (Wanderwege und Beschilderungen wie in den Alpen gibt es hier natürlich nicht!!^^), beschlossen wir für unseren letzten der drei Akklimatisierungsberge, den Iliniza Norte (5126m), auch einen Führer zu arrangieren. Gesagt, getan, ging es am Montag, den 19.12. (ich hatte frei weil ich am Samstag  wegen dem Weihnachtsfest der Schule arbeiten musste), auf zum Iliniza, zusammen mit Anna und unserem Führer Marco. Die Nacht davor verbrachten wir in der Lodge des Reisebüros und bekamen ein riesen luxuriöses Zimmer, mit zwei großen Betten und natürlich eigenes Bad -  ganz ungewohnt mal nicht in Metall-Stockbetten zu schlafen wie sonst immer in den Hostels :D nur Nachts, kurz vor dem Einschlafen (naja Anna schlief leider schon), fing irgendwas riesen großes an wild zu flattern und durchs Zimmer zu fliegen, und das war sicher kein kleiner Falter!! Vor Angst fast in die Hose machend (und ich konnte ja nicht das Licht anmachen weil der Schalter viel zu weit weg war, da hätte ich ja durchs ganze Zimmer laufen müssen, und das wenn das Ding da rum fliegt…!^^) bin ich dann doch irgendwann, ganz versteckt unter der Bettdecke, eingeschlafen xD Ich glaub ja es war eine Fledermaus, aber ich weiß es leider nicht und Anna hat ja alles verpennt^^ Am nächsten morgen hieß es dann ganz früh aufzustehen, schnell noch etwas frühstücken, die „Box-Lunch“ :D einpacken und ab ins Auto. Da wir wieder früh zurück nach Quito mussten, beschlossen wir umso früher morgens aufzubrechen und so saßen wir bereits um vier Uhr morgens im Auto und machten uns kurze Zeit später mit Stirnlampen bewaffnet auf den Weg nach oben. Nach einer Stunde konnten wir die Stirnlampen bereits wieder ausschalten und mit etwas Tageslicht weiterlaufen. Da der Iliniza schon recht hoch liegt, ist die Luft bereits dünner und so gingen wir langsam aber gleichmäßig weiter nach oben um nicht zu sehr außer Puste zu kommen. Nach zwei Stunden erreichten wir dann das Refugio, wo man auch schlafen kann, und machten für eine Weile Pause im Warmen und tranken einen Koka-Tee, der gegen Höhenkrankheit helfen soll, die (haben wir ja auf dem Corazon gemerkt) mit ein paar Stunden Verspätung einsetzt. Nach einer Stunde hieß es dann Klettergurte anziehen und Helme aufsetzten, da es weiterging und der technische Teil anfing. Dick eingepackt gegen den kalten Wind ging es weiter und schon bald hieß es durch den Schnee weiterzulaufen. Immer wieder kamen rutschige Stellen im Schnee mit steilem Abgrund auf der Seite und vorsichtig mussten wir uns so an der Wand festhaltend langsam weitertasten. Die letzte halbe Stunde wurden wir dann miteinander mit einem Seil angebunden, falls wir beim Klettern stürzen sollten und ließen auch unsere Rucksäcke weiter unten. Langsam krackselten wir so die Wände nach oben, über teilweise sehr rutschigen Schnee, der eher nicht zum Klettern geeignet war und überwanden schließlich die letzten fehlenden Höhenmeter. Oben angekommen, es gab sogar ein mini-Gipfelkreuz (habe ich in Ecuador noch nie gesehen!), wurden wir erst einmal noch besser zusammen geseilt und am Gipfelkreuz festgebunden, so dass wir uns nun erst recht wie Hunde an der Leine vorkamen :D aber lieber so, als von dort oben herunter zu fallen; der Gipfel war nämlich gerade so groß, dass wir uns dort zu zweit hinsetzten konnten und das war‘s auch schon^^ unser Guide war wohl auch etwas erschöpft und legte sich erst einmal quer auf einen Stein und ließ sich von der Sonne, die ein paar Sekündchen heraus kam, wärmen. Nach ein paar Fotos mussten wir auch schon wieder runter, und die Sicht war auch ehrlich gesagt wie immer nicht sehr berauschend, so dass wir nicht unnötig Zeit verschwenden wollten. Der Abstieg stellte sich als noch schwieriger heraus, und so brauchten wir etwas länger, da rückwärts runter klettern, bei diesen Bedingungen nicht gerade einfach ist. Ein paar Mal schlitterte ich auch schön und landete weich mit meinem Hintern im Schnee, aber das war nicht weiter schlimm, nur die Hände wurden immer nässer und kälter, da ich nur dünne Wollhandschuhe hatte, die so viel Schnee nicht Stand hielten^^. Irgendwann schlug dann allerdings das Wetter so richtig um, und es fing an zu hageln; erst leicht, dann immer stärker bis es fast weh tat!^^ um schleunigst zurück zum Auto zu kommen legten wir noch einen Gang zu und rannten fast den Berg hinab, was natürlich immer schwieriger wurde, da der Hagel liegen blieb und langsam alles matschig wurde. Nur nach vorne schauend, versuchte ich unserem Guide noch hinter her zu kommen, der so schnell von einem Graben zum anderen Sprang und sich immer weiter von mir entfernte. Irgendwann hörte ich dann Mal meinen Namen von ganz weit weg, schaute mich um und merkte, dass Anna nicht einmal mehr da war, sondern noch weiter zurück fiel und ausgerechnet auch noch ausrutsche und schön im Matsch landete. Irgendwann schafften wir es dann auch unseren Guide etwas zu bremsen und einen Gang zurück zu schalten, so dass wir halbwegs mitkamen (ich meine wozu hat man denn einen Guide, wenn der einem dann davon rennt und einen alleine zurück lässt?!). Nach 1,5 Stunden war dann aber auch der Abstieg geschafft und ich konnte mich endlich umziehen und mit dem Auto ging es zurück nach Quito, wo wir noch genügend Zeit hatten unseren Bus zu erwischen.

Damit hatten wir den letzten unserer drei Akklimatisierungsberge erfolgreich gemeistert mit 5126m! :) Zwar hatte auch ich dieses Mal ein bisschen mit der Höhenkrankheit, in Form von Kopfweh (trotz des Koka-Tees^^), zu kämpfen, aber wir waren nun doch beide ziemlich positiv gestimmt was den Cotopaxi-Aufstieg betraf; und selbst unser Guide meinte, wir hätten diesen Berg in einer super Zeit gemeistert :] – das soll doch was heißen!





Weihnachten in der Hacienda

11 01 2012

Eine Woche vor heilig Abend hieß es auch hier in Piganta Weihnachten zu feiern, allerdings ging das ganze von der Schule aus und fand in der Hacienda statt. Dafür begannen wir bereits zwei Wochen vorher in der Schule ein Programm einzustudieren und so fand einmal am Tag eine Tanzstunde mit allen Schülern (die tanzen können) statt und der Rest wurde dazu verdonnert mit mir ein englisches Weihnachtslied einzustudieren und vorzusingen :D selbst die Allerkleinsten der ersten Klasse, die zwischen 4 und 5 Jahre alt sind, hatten ihr Programm, nämlich die Krönung der „Princesita de Navidad“ (die Weihnachtsprinzessin). Meistens morgens, in den ersten zwei Stunden, wurde dann über die Lautsprecher unserer Schule lautstark „danza kodura“ aufgelegt und kurze Zeit später kamen alle Schüler mit Hula-Hupp Reifen angerannt, schmissen ihre Hände in die Höhe, ließen im Rhythmus ihre Hüften schwingen und tanzten so für ein paar Minuten immer und immer wieder das gleiche bis das Lied schließlich zu Ende war. Die Kinder hatten ihren größten Spaß und irgendwie sah es sogar am Ende relativ gut und einheitlich aus. Als englisches Weihnachtlied übten wir „feliz navidad“ ein, da es wenigstens noch einen kleinen Teil in Spanisch hat (für die Kleineren) und mit den zwei englischen Sätzen, die darin vorkommen, schon Herausforderung genug war! xD Nach zwei Wochen konnte man aber auch in meinem kleinen Chor langsam das „I wanna wish you a merry christmas“ heraushören und die anderen Lehrer hielten es auch für aufführungstauglich und so ließen wir es damit gut sein :D
Am 17.12.11 war es dann endlich soweit, der große Tag auf den wir alle hingearbeitet hatten. Mittags trafen wir uns alle in der Schule, um von da aus in einer Art Prozession zusammen zur Hacienda zu laufen. Ein paar Wochen vorher hatten wir deswegen bereits eine Lehrerkonferenz, in der ich überredet wurde bei dieser Prozession die „Virgen Maria“ (Jungfrau Maria) zu spielen :D . Da die vorherigen Freiwilligen immer den Josef spielten willigte ich natürlich auch ein und wurde kurze Zeit später in ein weißes Gewand gesteckt und durfte nun die Maria spielen xD Zusammen mit meinem Josef, einem Esel und einem echten!! Baby auf dem Arm ging es dann mit dem Rest der Schule hinter uns durchs Dorf zur Hacienda. Vor uns liefen nur noch mein Gastvater und –bruder mit dem Rest der Folkloregruppe und spielten immer und immer wieder das gleiche Lied während wir langsam voran schritten und meine Arme immer länger und länger wurden (ich hatte aber auch wirklich das dickste Baby Pigantas im Arm! :D ) Endlich an der Hacienda angekommen ging es dann weiter in die Kirche zu einem kleinen Gottesdienst und weiterhin wurde mir tatsächlich das Baby anvertraut bis es irgendwann aufwachte und doch wieder zurück zu seiner Mama wollte.
Da wir leider mit dem Wetter richtig Pech hatten, schüttete es aus Eimern, so dass wir mit unserem Programm (was natürlich alles draußen statt fand) etwas warten mussten, in der Hoffnung dass es noch einmal aufhören würde. Nach einer Stunde ließ der Regen dann wenigsten etwas nach und es nieselte nur noch leicht so dass wir unser Programm beginnen konnten, da es auch schon spät und dunkel wurde. Der Tanz, den ich inzwischen schon viel zu oft gehört und gesehen hatte, verlief sehr gut und auch mein einstudiertes Lied kam gut an, auch wenn niemand außer mir verstand was die Kinder eigentlich sangen, aber zumindest sah es schön aus wie sie dort alle mit Kerzen in der Hand und Weihnachtsmützen auf dem Kopf standen :D Am süßesten fand ich allerding immer noch die Nummer der ersten Klasse: richtig fein gemacht (die kleinen Jungs mit Anzügen und die Mädchen mit schicken Kleidern) wurde jeweils immer ein Mädchen von einem Jungen zu ihrem Platz gebracht, dann wurde die Prinzessin verkündet (und die anderen bekamen natürlich auch eine Schärpe für z.B. „Miss Sympatica“) und danach wurde Walzer aufgelegt, und die kleinen tanzten dazu – total süß!! xD
Der Hacienda-Besitzer war natürlich auch da und wurde schon ganz ungeduldig wie viel Programm denn noch kommen würde, da es schon später wurde, und nach einem Tanz mehr war es dann auch endlich vorbei und er konnte mit seinem Part fortfahren.
Sein Part besteht darin, den Weihnachtsmann zu spielen (naja er verkleidet sich leider nicht) aber er kommt mit riesen Kartons, voll mit Süßigkeitentüten und Geschenken. Nacheinander ruft er die Kinder, die noch in der Schule sind, auf und verteilt Süßes und Geschenke wie Puppen, große Spielzeugautos, Kuscheltiere und sogar so etwas wie Technik-Bastelkoffer. Was sehr schade ist, ist dass nur die Kinder Geschenke bekommen, die Eltern haben, die auf der Hacienda arbeiten. Diejenigen, deren Eltern auf der Blumenplantage weiter unten im Dorf arbeiten, gehen leer aus und bekommen nichts während sich die anderen Kinder mit ihren neuen Geschenken vergnügen. Als Abschluss gab es dann noch, wie immer wenn etwas in der Hacienda stattfindet, heiße Schokolade für alle und ein Brötchen (naja, die Bezeichnung Gummibrot würde wohl besser passen^^) und dazu Käse (leider kein guter Bergkäse sondern schmeckt wie fünf Tage im warmen gestandene Milch).
Für die Kinder ist dies immer ein ganz besonderer Tag, da oft an heilig Abend in den Familien nichts gemacht wird, da einfach kein Geld dafür vorhanden ist, und es somit einen schönen heilig Abend, mit gutem Essen, wie es meistens bei uns in Deutschland gefeiert wird, so gar nicht gibt, leider. Auch für mich war es ein sehr schöner Tag, vor allem das Maria spielen war sehr lustig und endlich kam ein bisschen Weihnachtsstimmung bei mir auf, was bis dahin noch nicht so der Fall gewesen war. Aber es war auch einfach schwer in Weihnachtsstimmung zu kommen, wenn einen einfach nichts daran erinnert. Da es hier keine Jahreszeiten gibt, wurde es auch nicht kälter, es gab keinen Schnee, Weihnachtsbäume habe ich auch nur in Quito gesehen, kein Plätzchengeruch kam aus den Häusern und auch Adventskalender kennen sie leider nicht^^ da vergisst man schon ab und zu dass man doch gerade in der Weihnachtszeit ist. Aber so gab es wenigstens etwas Weihnachtsfeeling für uns alle und ein schöner Jahresabschluss war es auch noch! :] (da in der letzten Woche nur noch die Examen stattfanden)





von 40 gehackten Bambusstaengeln und dem “Corazón”

8 01 2012

Nachdem wir wegen den Fiestas de Quito bis Dienstag frei hatten, mussten wir nur noch drei Tage Unterrichten bis schon wieder das nächste Wochenende anstand! :)
Statt das ganze Wochenende weg zu sein stand jedoch Arbeit an und so trafen wir uns Samstagmorgen bereits um 6.30 Uhr mit unserer Koordinatorin Gladys. Zusammen mit ihr und Greta fuhren wir mit einer Camioneta bis zur Baumschule in Atahualpa, wo wir Greta absetzten, die noch Bäumchen in Plastiktüten pflanzen musste. Von dort aus machten wir uns mit männlicher Unterstützung von Glayds‘ Cousin auf den Weg weiter nach oben Richtung Fuya Fuya (unser Hausberg). Eigentlich wollten wir bis ganz nach oben (4200m) aber dafür waren wir doch schon um einige Stunden zu spät dran und so planten wir spontan um. Unsere Aufgabe wäre gewesen Wanderschilder für zukünftige ¿Touristen?^^ aufzustellen, allerdings waren wir an diesem Tag nur zu dritt und hätten 8 Schilder gehabt (zu zweit kann man ein Schild tragen), und somit mussten wir auch das verschieben, bis alle Freiwilligen mal wieder Zeit haben. Ein Schild stellten wir trotzdem schon auf und gingen danach zu Fuß weiter nach oben.
Statt weiter Schilder aufzustellen bestand nun unsere Aufgabe im Bambus hacken, um die Baumschule weiterzubauen. Mit Macheten bewaffnet machten wir uns auf die Suche nach möglichst  dicken und vor allem geraden Stängeln. So säbelten und trugen wir für eine Weile den Bambus, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten, da es schon wider stark nach Regen (ist ja gerade Regenzeit) aussah und wir noch im Trockenen heim kommen wollten (und ca. 40 Bambusstängel waren für diesen Tag auch mehr als genug^^).
Um unserem Zeitplan zur Vorbereitung auf den Cotopaxi mit unseren drei Akklimatisierungsgipfeln hinterher zu kommen, mussten wir auch an diesem Wochenende wieder einen Gipfel besteigen, den Corazón (bedeutet im deutschen „Herz“) ,  und machten uns dafür gleich nach der Arbeit auf nach Quito, um von dort aus weiter zu reisen nach Machachi, dem Ausgangspunkt für die meisten Berge im Bereich Cotopaxi-Antisana. Da wir leider erst spät dort abends ankamen, mussten wir uns im Dunkeln auf die Suche nach einem Hostel machen, da wir im Vorhinein noch nichts gebucht hatten. Mit Hilfe der Einheimischen wurden wir allerdings bald zu zwei Hotels gelotst, von welchen wir uns das billigere aussehende aussuchten. Leider wollte die Frau für ein Doppelzimmer von uns beiden jeweils $11, was unser Budge natürlich um Längen überschreitet und so bot sie uns netterweise noch ein Einzelzimmer an, für $6,50 wenn wir uns das Bett teilen. Für eine Nacht war das genau das richtige und ein eigenes Bad hatten wir sogar auch noch – was für ein Luxus^^ Das einzig blöde war allerdings, dass unter uns ein Festsaal war und genau an diesem Tag natürlich eine riesen Feier stieg, wo wir doch früh schlafen gehen sollten. Immer mit Oropax ausgestatten, konnten wir beide dann doch irgendwann einschlafen um wenigstens noch ein bisschen Schlaf zu bekommen, bevor wir wieder gegen halb fünf aufstehen mussten.
Laut meinem „super“ Wanderführer wäre es möglich gewesen sich mit einer Camioneta bis zu einem „Parkplatz“ fahren zu lassen und spart sich so einiges an Zeit und muss nicht öden Feldweg laufen. Der Camioneta-Fahrer, leider mal wieder total planlos und musste sich erst durchfragen wo es überhaupt lang geht, stimmte auch ein, dass er uns bis dahin fahren würde (nachdem ich ihm natürlich auch noch einmal erklären musste wo es lang geht und auf einer Karte zeigte).
Nicht sehr weit gekommen, meinte er dann allerdings auf einmal dass er ab hier nicht weiterfahren würde, da der Weg für sein Auto zu schlecht sei, was leider auch stimmte (und der Weg wurde nur noch schlimmer) und so mussten wir doch alles zu Fuß zurücklegen.
Irgendetwas war jedoch an diesem Tag anders und das konnte nicht nur daran liegen, dass wir etwas früher als sonst los sind: wir hatten wirklich SONNENSCHEIN. Wir konnten unser Glück gar nicht glauben!! Wer Bilder von den anderen Wanderungen gesehen hat, weiß dass wir grundsätzlich immer in einer dicken Nebelsuppe mit Null Aussicht laufen und uns deshalb auch nicht selten verlaufen. Aber an diesem Tag hatten wir einfach Sonnenschein pur und die absolute hammer Aussicht auf alle drum herum liegenden Berge wie Cotopaxi, Antisana und sogar bis zum Cayambe. Das mussten wir natürlich gleich einmal nutzen und so legten wir bereits nach einer halben Stunde eine Pause ein um viele Bilder zu machen. Danach ging es relativ zügig weiter, da nun doch noch einiges an Strecke vor uns lag, auch wenn wir schon die meisten Kehren abkürzten und uns so einiges an Weg sparten.
Irgendwie schafften es Anna und ich natürlich trotzdem wieder nicht direkt auf Anhieb den richtigen Weg zu finden und machten kleine Umwege bis wir aber wieder auf der richtigen Spur waren.
Bis dahin wie immer Menschenseelen alleine, hörten wir auf einmal hinter uns Stimmen und sahen kurze Zeit später tatsächlich eine größere Gruppe von Wanderern nicht weit entfernt hinter uns.

– obwohl Ecuador so viele schöne Berge hat, ist es sehr selten dass man auf andere Wanderer trifft, was eigentlich sehr schade ist –

Bei der nächsten Pause hatten sie uns bereits eingeholt und so lernten wir ebenfalls ein paar Deutsche und zwei Kanadier kennen, die mit Führer unterwegs waren und natürlich nicht wie wir bis zum Parkplatz laufen mussten, sondern bequem in zwei 4-Wheelern gefahren wurden. Umso größer waren sie überrascht, dass wir ganz alleine unterwegs sind und schon seit mehreren Stunden laufen – wir hingegen waren überrascht dass man sich für so einen Berg (4782m) einen Führer nimmt und dafür auch noch zahlt – auf die Idee kamen wir nicht einmal^^
Da wir allerdings ungefähr das gleiche Geh-Tempo hatten, ergab es sich, dass wir nie weit voneinander entfernt liefen und so genossen wir auch schon fast den Luxus einer geführten Wanderung und kamen zusammen mit den anderen ohne Umwege oder heikle Kletterpartien oben am Gipfel auf 4782m an. Das Wetter, wie hätte es auch anders sein können, schlug bei unserem Glück wieder in Nebel um, so dass wir gerade als wir oben waren wieder eine Sicht von fünf Metern hatten und leider keine Aussicht genießen konnten (aber zum Glück auch nicht sahen, wie weit es teilweise bei den Abgründen rechts hinunter ging^^ Nach zehn Minuten Pause machten sich die anderen wieder auf den Rückweg und so beschlossen auch wir wieder abzusteigen, da wir noch am selben Tag wieder zurück nach Quito mussten. Da bei Anna in der Zwischenzeit (meistens so nach fünf Stunden) die Höhenkrankheit mit starken Kopfschmerzen und Übelkeit eingesetzt hatte, mussten wir etwas langsamer absteigen und verloren so schnell den Anschluss zu der anderen Gruppe. Da sie aber merkten wie schlecht es Anna ging, warteten sie irgendwann wieder auf uns und boten uns sogar an mit ihnen im Auto wieder nach unten zu fahren, was unsere Rettung war! Zu Fuß hätten wir noch einige Stunden gebraucht und wir waren eh schon spät dran. So schafften wir es recht zügig zurück nach Machachi, von wo aus wir mit dem Bus wieder zurück nach Quito fuhren. Da Anna am Abend zuvor ihre Bauchtasche verlor, mit sehr wichtigen Sachen wir Reisepass und EC-Karte, blieb sie noch länger in Quito, um lästige Behördengänge zu erledigen und ich machte mich alleine auf den Heimweg und bekam gerade noch den letzten Bus zurück nach Hause, der bereits um 19.00 Uhr fährt. Daheim angekommen schliefen bereits alle, nur meine Gastschwester wartete noch auf mich. Zu allem Übel, es war eh schon sehr spät für die Verhältnisse hier (21.30 Uhr) fand ich ausgerechnet an diesem Abend meinen Zimmerschlüssel nicht! (Ich soll mein Zimmer immer abschließen wenn ich das Haus verlasse riet mir meine Gastfamilie, da der Hausschlüssel meistens steckt und leicht eingebrochen werden kann). Irgendwann wurde dann auch wieder mein Gastvater wach und so versuchten wir zusammen irgendwie die Türe aufzubekommen. Kurz bevor er dabei war sie schließlich aufzubrechen, fand ich doch noch in der letzten Tasche meines großen Rucksacks den Schlüssen und ich konnte mit ganzer Tür mein Zimmer betreten und alle endlich schlafen gehen^^ seit da an hat meine Gastmutter nun auch immer einen Schlüssel, nur für den Fall der Fälle xD





Fiestas de Quito & Pasochoa

8 01 2012

Am Dienstag, den 6. Dezember war für alle im Bereich Quito Wohnenden, wozu wir auch noch gehören, offizieller Feiertag, an dem niemand arbeiten oder zur Schule gehen musste. Und da wir Lehrer abstimmten und die Mehrheit dafür war, dass wir Montag auch noch frei bekommen, ergab sich so mal wieder ein vier Tage Wochenende für mich :)
Unseren ursprünglichen Plan, drei Gipfel in diesen Tagen zu besteigen, warfen Anna und ich über den Haufen und entschieden uns lieber in Quito zu bleiben, die Festigkeiten mitzubekommen und nur einen Gipfel zu erklimmen. Gesagt, getan sicherten wir uns gleich wieder zwei Betten in unserem Lieblingshostel in Quito (dem Centro del Mundo…Montag, Mittwoch und Freitag Cuba Libre Night ;) ), wo wir mal wieder auf eine lustige Truppe an Backpacker stießen, unter anderem ein Engländer, der schon zwei Wochen vorher mit uns da war und immer noch dort verweilte :D
Da Anna erst gegen Abends kam, und ich bereits seit Mittags dort war, lernte ich schon einmal die anderen Backpacker kennen, zu denen unter anderem Neuseeländer, Amerikaner, Australier und auch der verrückte Pancho aus Cuenca (Ecuador) gehörte, der mir gleich eine Salsa Tanzstunde gab, da ich darin leider immer noch nicht sehr geübt bin xD Abends ging es, nachdem wir Shawarma (keine Ahnung wie man es scheibt :D ) essen waren (so etwas wie Döner, nur mit anderem Fleisch, aber fragt mich nicht was es war^^), wieder in diverse Clubs, welche aber, da ja gerade die Fiestas de Quito waren, brechend voll waren und teilweise sogar $10 Eintritt kosteten und das sogar für Frauen (die normalerweise immer umsonst reinkommen und sogar Freigetränke bekommen^^). Ein paar Clubs gab es aber trotzdem noch, in die wir alle umsonst kamen und auch tanzen konnten und so blieben wir den Abend über eben dort.

Für Samstag hatten wir uns vorgenommen…einfach mal NICHTS zu tun :D das gab es nämlich noch so gut wie nie und so konnten wir den Tag einfach nützen um alle möglichen Dinge zu erledigen, für die sonst nicht so viel Zeit bleiben und vor allem Dinge für unsere, Ende Dezember, bevorstehende Trekkingtour einzukaufen. Abends kochten wir selber etwas statt essen zu gehen und so gab es für Anna Kaiserschmarrn und für mich endlich mal wieder Pfannkuchen, die ich seit ich hier in Ecuador bin noch gar nicht hatte (ich sollte mal ein Bild von unseren gewellten, handgeformten Pfannen machen, dann wisst ihr warum so etwas wie Pfannkuchen oder Kartoffelpuffer hier einfach nicht möglich ist…außer man leer vielleicht einen halben Liter Öl hinein, dann klappt alles xD). Danach machten wir wieder mit dem Rest des Hostel‘s das Nachtleben unsicher und trafen noch die anderen Freiwilligen, die auch für die Fiestas gekommen waren, allerdings Montag wieder arbeiten mussten (da haben wir echt Glück mit unseren Schulen und unserer Koordinatorin^^).
Sonntag nahmen wir uns noch einmal Zeit um Sachen zu erledigen und so landeten wir in einigen Reisebüros und machten uns etwas schlauer über die Galapagos Inseln, welche wir während unseres Jahres hier auch noch bereisen wollen; entschieden jedoch bei diesen Preisen (im vierstelligen Bereich!!) erst mal noch nichts zu buchen^^ eine weitere Sachen, die wir allerdings unbedingt noch machen wollten, die auch etwas günstiger ist^^, ist die Besteigung des Cotopaxis (siehe erstes Bild weiter unten bei Artikel „Report about the first quarter“). Mit seinen 5897m ist er jedoch nicht ein Berg, den Anna und ich so auf die Schnelle alleine besteigen können, sondern man extra einen Guide braucht und Ausrüstung wie Steigeisen, Eispickel und natürlich angemessene Kleidung. Dafür erkundigten wir uns auch bei Reiseagenturen und hörten uns ungefähr fünf Mal das gleiche Programm an, schauten uns atemberaubende Bilder an und steckten fleißig Visitenkarten ein.
Wir hätten nicht gedacht, dass es so schnell gehen würde oder besser gesagt wir uns jetzt schon trauen würden, aber kurz darauf fassten wir den Entschluss und buchten bei der am seriösesten wirkenden Reiseagentur die Cotopaxibesteigung für den 24. Dezember, Heilig Abend^^ (etwas später erfuhren wir jedoch leider, dass wir den Termin um einen Tag nach hinten verschieben müssen, da die Guides (irgendwie auch verständlich) an heilig Abend lieber bei ihren Familien sein wollen :-P ). Aber jetzt ist es ganz sicher, am 25.12. werden Anna und ich den Versuch starten den Gipfel des Cotopaxis zu erreichen (laut Statistik klappt es nur bei jeder zweiten Besteigung, da der 6-7 Stunden lange Aufstieg, auf Schnee und Eis, und bei diesen dünnen Luftverhältnissen sehr viel Ausdauer und körperliche Fitness erfordert!) und vielleicht haben wir ja Glück und stehen tatsächlich bei Sonnenaufgang, nachdem wir bereits um Mitternacht loslaufen, am 26.12. oben auf dem Gipfel :) Um uns auch gut darauf vorzubereiten, nehmen wir uns ab jetzt für jede Woche einen Berg vor und steigern dabei stets die Höhe (4200m-4800m-5100m)!
Sonntag Abend kochten wir mal wieder Annas berühmte Gemüsepfanne und machten damit die anderen Backpacker ganz neidisch für die es nur Rührei oder Milch und Brot gab xD Weg gingen wir danach jedoch nicht mehr, da es am nächsten morgen um fünf Uhr bereits aufzustehen hieß und wir fit sein mussten für unseren Berg, den Pasochoa (4199m, unser erster der drei Akklimatisierungs-Berge). Um das ganze etwas kürzer zu halten: der Aufsteige war eigentlich wie immer, zwar hatten wir morgens noch relativ gutes Wetter, doch schon bald zogen dicke Wolken und Nebel auf, so dass wir oben wieder absolut gar keine Sicht hatten und unser Ziel nicht sahen. Was den Pasochoa etwas schwieriger machte, war nicht die Höhe, da es ja nur bis auf 4200m ging, allerdings mussten wir insgesamt 1400 Höhenmeter nach oben und das ganze wieder nach unten, also insgesamt 2800 Höhenmeter zurücklegen und das geht doch irgendwann ganz schön in die Beine^^ So waren wir insgesamt acht Stunden lang unterwegs und waren nicht mal ganz auf dem Gipfel, sondern nur auf einem Vorgipfel, da wir mal wieder nichts sehen konnten und es auch noch anfing zu regnen und wir keine Lust auf eine Rutschpartie hatten (die es aber am Ende trotzdem noch gab^^). Ich glaube irgendetwas machten wir auch dieses Mal wieder falsch, oder folgten dem falschen Weg, denn auf einmal standen wir vor einer Felswand, die man nur mit Klettern überwinden konnte, und das hätte eigentlich irgendwo in meinem Wanderführer erwähnt werden müssen (obwohl…so viel Schmarrn wie da drin steht, hätte uns das eigentlich nicht wundern sollen xD). Aber gut, ich klettere ja eh gerne und Anna brachte ich auch noch dazu und so krackselten wir die Wand nach oben und zogen uns an kleinen Baumstämmen hoch…war irgendwie auch lustig, wenn auch mega rutschig :D
Fertig, erschöpft und total durchnässt (nicht unbedingt weil es so stark regnete, sondern weil wir durch Oberschenkel-hohes nasses Paramo-Gras laufen mussten) kamen wir abends wieder im Hostel an, machten noch einmal die anderen mit den Überresten unserer Gemüsepfanne neidisch und warfen uns danach nur noch ins Bett.
Dienstag war leider schon wieder unser letzter Tag und so beschlossen wir, was ich eh schon lange mal wieder machen wollte, klettern zu gehen und etwas zu üben falls mal wieder bei einer Wanderung so eine Stelle kommen sollte wie am Tag zuvor. Die Kletterhalle stellte sich aber als Freiluft Kletteranlage heraus und das größte Problem war, dass sie leider für uns groß-Füßigen keine Schuhe hatten, sondern die größte Größe 38 war, wo ich mich noch versuchte hineinzuzwängen aber nach fünf Minuten meine Füße nicht mehr gespürt hätte^^ Da wir eh nur etwas Bouldern und Technik üben wollten, versuchten wir es Barfuß und kletterten so eben eine Weile rum bis die Füße nicht mehr mitmachten (Trainingseffekt hatte es auf jeden Fall – ich konnte drei Tage lang kaum mehr meine Arme bewegen, so starken Muskelkater hatte ich^^)
Dienstag Abend kamen wir nach einem schönen vier Tage Wochenende wieder nach Hause und konnten mit neuer Energie in die Woche starten, in der es ja eh nur noch drei Tage Unterrichten zu meistern galt :)








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