Geburtstagswochenende in Baños

16 12 2011

Da nichts Großartiges in der Zwischenzeit passiert ist (wir hatten unser erstes Zwischenseminar in Quito, haben am Wochenende gearbeitet und Kuchen verkauft und den Casitagua (ein kleiner Berg mit 3500m im Norden Quito) besteigen) überspringe ich diesen Teil, da ich mit Blogeinträgen etwas hinterher hänge und erzähle lieber von den spannenden Wochenenden^^

Geburtstagswochenende in Baños

Für das Wochenende meines Geburtstags (26./27.11) hatten wir uns vorgenommen nach Baños zu fahren und uns dort auch mit Karin zu treffen. Um etwas mehr Zeit zu haben, da die Anreise alleine schon wieder einige Stunden in Anspruch nimmt, nahmen wir uns für Freitag frei und fuhren bereits Donnerstag (24.11.) nach der Schule los um Abends anzukommen. Wir hatten uns für das Hostel „Princesa María“ entschieden, was in Annas Reiseführer groß gelobt wurde, und so nahmen wir sogar die 7$ in Kauf, obwohl wir normalerweise nicht mehr als 5 oder 6 bezahlen. Dafür bekamen wir allerdings ein schönes großes Zimmer, nur für uns drei, mit eigenem Bad und sogar Handtüchern und Seife. Dazu noch kostenloses wireless Internet, eine Gemeinschaftsküche und total netten Hostelbesitzer…so könnte es gerne immer sein :)
Für Freitag, an dem Karin noch arbeiten musste, machten Anna und ich zu zweit eine Fahrradtour, die von Baños (1800m) bis nach Puyo (950m) führt und hauptsächlich nur bergab führt (wenn man, nicht wie wir, den richtigen Weg nimmt^^). Dafür liehen wir uns morgens, nach kurzer Testfahrt, zwei Fahrräder aus und beschlossen, dass sie trotz etwas komischer Geräusche den Tag schon überstehen würden…aber für $5 für den ganzen Tag konnte man auch nicht zu viel erwarten…ausnahmsweise hatten wir mit dem Wetter sogar richtig Glück und so starteten wir bei Sonnenschein pur, mit Karte und Reiseführer ausgestattet unsere Tour. Nachdem es einige Minuten wie vorhergesagt bergab ging, kamen wir an eine Kreuzung und entschieden uns für rechts…schon bald  kamen wir allerdings an einen megasteil-bergauf gehenden Berg und strampelten und strampelten, bis wir auch im ersten Gang nicht mehr vorwärts kamen und vor Erschöpfung fast vom Rad kippten. Wie es natürlich sein musste bei unseren Orientierungskünsten, merkten wir recht bald, dass das nicht der Weg sein kann und wir alles umsonst hochgeradelt sind…sehr toll^^ das hieß wir konnten alles wieder nach unten und entschieden uns diesmal für links, für den richtigen Weg. Von da an war die Fahrt sehr schön, vor allem wenn es von der Straße ab ging, um einen Tunnel zu umfahren und wir an kleinen bis sehr großen Wasserfällen vorbei kamen. Beim Größten, dem „Pailón del Diablo“ machten wir halt und wanderten bis zum Fuße des Wasserfalls und machten etwas Pause. Da das Wetter schlechter werden zu schien und große Wolken aufzogen, machten wir uns allerdings recht bald weiter, da noch einiges der insgesamt 61km vor uns lagen. Immer wieder ging es größere Steigungen nach oben, so dass wir doch etwas strampeln mussten, und recht schnell außer Puste waren, aber überwiegend konnten wir einfach rollen lassen und die Landschaft dabei genießen. Ca. 15km vor Puyo verließ die Strecke wieder die Straße um Wege etwas abgelegener zu fahren. Der Weg wurde dabei immer schlechter, steiniger und hügeliger und gleichzeitig ging es auch noch bergauf. Feste in die Pedale tretend versuchte ich weiter zu kommen bis es auf einmal einen lauten Schlag tat und sich nichts mehr tat und ich nicht weiter treten konnte. Recht schnell haben wir gemerkt, dass nicht nur die Kette unten ist, sondern sich alles (fragt mich nicht wie ich das gemacht habe!! :D ) verdreht, berbogen und in die Speichen gezogen hat. Da standen also Anna und ich alleine, mitten im Nirgendwo, mit einem Fahrrad, dass total Schrott war und sich nicht einmal mehr schieben ließ. Nachdem wir einiges ausprobierten und versuchten noch irgendwas zu retten, sich aber nichts machen ließ, fixierten wir das kaputte Teil wenigstens so, dass sich das Fahrrad schieben lies und hofften, dass unsre Gras-Konstruktur wenigstens halten würde, bis wir an eine Straße kommen würden.
Als Laufrad umgebaut ging es langsam weiter und nach etwa dreißig kamen wir endlich an der Straße an, von wo aus die Busse wieder zurück nach Baños fahren (wir wären ja gerne noch bis ans Ziel nach Puyo, vor allem weil es nur noch ein paar Kilometer waren, aber daran war mi diesem Fahrrad wirklich nicht mehr zu denken!). Das nächste Problem war allerdings, dass wir von dort nicht weg kamen, nicht weil es etwa keine Busse gab, davon kamen genügend vorbei, aber irgendwie wollten sie mal wieder nicht halten und uns samt Fahrrädern mitnehmen…blöd^^ Irgendwann entschieden wir uns, einfach bei jedem Auto/Pick up, der eine Ladefläche hat, zu winken und auf eine Mitfahrgelegenheit zu hoffen. Und tatsächlich hielt bereits das erste Auto (wer lässt auch schon zwei Mädels alleine am Straßenrand stehen :D ) an und hat uns gerne bis nach Baños mitgenommen, da er dort eh durch musste…mal wieder Glück gehabt :)
Etwas sauer, nachdem wir das Fahrrad auch noch durch ganz Baños tragen mussten, kamen wir wieder zum Fahrradladen zurück und beschwerten uns erst einmal was für Schrottköppel sie uns da gegeben hatten (Annas machte auch schon komische Geräusche; das ist dann sicher bei den nächsten am Tag darauf zusammen gebrochen^^)…aber wie gesagt, für fünf Dollar, hätten wir uns das schon denken können.
Dafür gönnten wir uns ein gutes indisches Abendessen und belohnten uns für die harte Strampelei den Tag über^^ eigentlich wären wir Abends noch in die heißen Thermen gegangen, aber da es dafür schon recht spät war, gingen wir lieber mit Karin, die gegen Abends ankam, noch etwas essen und ließen es ruhiger angehen. Für Samstag hatten wir auch schon den ganzen Tag geplant und so gingen wir morgens bereits los mit weiteren drei zum Rafting und für Mittags stand Canyoning an (sich an Wasserfällen abseilen und runter rutschen). Nach kurzer Einweisung auf dem Trockenen wurden die Plätze im Boot verteilt und schon ging es den Fluss durch Stromschnellen hinunter und immer wieder kippten Wassermassen über uns und kühlten, vor allem Anna, die ganz vorne saß, angenehm ab. Da ich ganz hinten saß und nicht ganz soviel Wasser abbekam wie Anna (aber eigentlich trotzdem genug), meinte unser Guide er müsse mich einfach so mal ins Wasser schmeißen und so bekam ich auch noch meine Portion Wasser ab :D Danach ließen wir uns so noch ein kleines Stück ohne Boot in einer Stromschnelle treiben, bevor es wieder zurück ging, zum Mittagessen.
Für die anderen vier ging es danach wieder zurück nach Baños und nur Anna und ich wurden am Straßenrand ausgesetzt, wo uns schon das nächste Auto abholte und zum Canyoning brachte. Mit Neoprenanzug, Regenjacke und Klettergurt ausgestattet ging es dann direkt weiter zu Fuß nach oben bis an den ersten der fünf Wasserfälle, die es abzuseilen galt. Angefangen bei fünf Metern Höhe wurden die Wasserfälle immer höher bis zu 45m (laut Programmbeschreibung; aber ich glaube ehrlich gesagt es waren nicht mehr als 30m^^, was aber auch schon einiges war) und der letzte war nicht zum Abseilen sondern zum auf dem Hintern runter rutschen^^
Nach einem Tag voller Action gönnten wir uns nochmal auswärts zu essen, statt selber zu kochen und landeten so bei einem guten Italiener und einer Pizza :)
Da es bereits Samstag war (und Sonntag war ja schon mein Geburtstag) gingen wir mit fast allen anderen des Hostel‘s abends weg um in meinen Geburtstag hinein zu feiern. Mit einer „Chiva“ (kleiner, offener, umgebauter Partybus mit Tanzfläche hinten und vorne Sitzen und lauter Musik^^) ging es bis nach oben auf einen Aussichtspunkt weit über der Stadt und einen Schnaps gab‘s auch noch dazu^^ danach gingen wir weiter in einen Club, wo wir bleiben und feierten bis die Lichter angingen und wir rausgeschmissen wurden. Danach gab’s nochmal eine kleine Pizza gegen den nächtlichen Hunger und der Abend hätte nicht besser verlaufen können xD
Als Geburtstagsgeschenk gab es dann von Karin und Anna einen Termin zur Ganzkörpermassage, was nach so einem Wochenende mit viel Sport genau das richtige war (nur die Auto-Alarmanlage die ersten dreißig Minuten war leider etwas störend, aber da konnte ja niemand was dafür^^)!
Gegen Abends kamen wir wieder daheim an, wo mich erst einmal ein leeres Haus erwartete. Kurz darauf fand ich dann aber alle, wie üblich, beim Volleyballfeld, wo auch der Geburtstag von Lucila, einer Freundin meiner Gastmutter gefeiert wurde. Nachdem auch ich ein paar Glas Bier trinken musste, gingen wir heim, wo schon eine Geburtstagstorte auf mich wartete^^ Fünf Geburtstagslieder später war ich dann an der Reihe mit Kerzen auspusten und wie hier üblich einmal in den Rand der Torte beißen. Was allerdings danach kommt, ist für die Zuschauer immer der lustigste Teil…xD während man vorsichtig versucht in den Rand zu beißen, kommt der gemeine Gastvater von hinten und schwupps die wupps tunkt er einem das Gesicht in die Torte, bis man schön die ganze Sahne bis über der Nase hat und hat natürlich den größten Spaß dabei :D aber das gehört einfach dazu ;)

Montag in der Schule wurde mir dann auch noch von allen in der Montag-morgendlichen Ansprache gratuliert und damit dachte ich es wär gut^^ Am Dienstag allerdings, ich hatte mit meinem Geburtstag eigentlich schon abgeschlossen und deswegen auch nicht mehr dran gedacht, kommt ein Kollege auf mich zu und meint mit ernster Miene wir hätten nach der Schule eine dringende Besprechung, deswegen solle ich noch dableiben. Ich machte mir schon richtige Sorgen, dass ich irgendwas falsch gemacht hätte, und jetzt Ärger bekomme, auch wenn ich nicht wusste weswegen. Mit dem Rektor wartete ich noch eine Weile draußen, weil die anderen Lehrer wohl nicht fertig seien bis wir dann in die Mensa gingen, wo die anderen schon warteten. Tja und statt einer Besprechung und Ärger wartete nun eine Überraschungsparty der anderen Lehrer auf mich und sogar ein kleines Törtchen :) Es gab Hühnchen, Kartoffeln und Salat und dazu eine super mega süße künstliche rote Soda, von der ich aus Freundlichkeit einen Becher lächelnd hinunter zwang :D ansonsten war aber alles lecker! xD Danach brachte Profe Alex noch ein 1,5L Tetra-Pack Pfirsichwein zum Vorschein, das dann auf der Stelle noch in der Schule von uns sieben geleert werden musste^^ daraufhin ging ein Becher, immer Viertels voll, im Kreis herum und wurde, wie so üblich hier, auf einen Zug leer getrunken bis die 1,5L schließlich weg waren.
In allem eine super Überraschung von meinen Kollegen, die meinen Geburtstag noch umso schöner machten! :)

Abends am Dienstag erfuhr ich dann, dass der Vulkan Tungurahua, sozusagen der Hausberg Baños‘, welcher direkt neben der Stadt liegt, noch am selben Tag, an dem wir dort abreisten, ausbrach und die Straßen gesperrt wurden und sogar kleine Dörfer evakuiert. Ich hätte zwar nur zu gerne mal mitbekommen wie ein Vulkan direkt vor mir ausbricht, aber andererseits wäre dann das Wochenende ins Wasser gefallen und wir hätten abreisen müssen. In diesem Falle hatten wir gerade noch Glück und konnten uns das ganze dann einfach mit sicherem Abstand von daheim im Fernseher anschauen^^





Vamos a la playa

16 12 2011

Da am Mittwoch, den 2.11. und Donnerstag, den 3.11. hier in Ecuador Feiertag war, legte die Regierung (um den Tourismus anzutreiben) für Freitag auch noch einen freien Tag ein, so dass wir alle einfach mal fünf Tage frei hatten, ohne auch nur einen Urlaubstag nehmen zu müssen^^ diese Chance mussten wir natürlich nützen und so machten wir uns (wie leider viele viele andere Ecuadorianer auch) auf den Weg ans Meer, genauer gesagt nach Canoa!

Allein die Fahrt dort hin war schon wieder Abendteuer genug…xD um nicht ganz in die reisenden Menschenmassen zu geraten (wir ahnten ja vorher schon, dass viele Leute unterwegs sein werden) gingen wir bereits Dienstag nach der Schule los um einen Nachtbus zu nehmen (ja ich weiß, eigentlich sollten wir hier keine Nachtbusse nehmen weil es zu gefährlich sei, aber einen ganzen Tag verschwenden nur für Busfahren ist eben auch blöd, und wir waren ja auch zu viert^^). Bis in den Norden Quitos verlief auch noch alles reibungslos und wir hofften einfach, dass es so weitergehen würde. Am ersten Busbahnhof angekommen, sahen wir jedoch schon die ersten langen Schlangen vor den Kartenverkaufsstellen und wir ahnten schon wie es erst im Süden sein muss, von wo aus so ziemlich alle Busse abfahren. Irgendwie schafften wir es dann auch endlich in einen der Trolleybusse hineinzukommen und das, obwohl sogar schon die Ecuadorianer anfingen zu drängeln und sich wild auf die öffnenden Türen zu stürzen, so habe ich die Leute hier noch nie erlebt! Zur Sicherheit machte ich auch noch den Regenschutz über meine beiden Rucksäcke, verknotete die Reisverschlüsse und hielt alles, so gut es eben ging, aufschlitz-sicher fest, man weiß ja nie…
Randvoll verließen wir die erste Station, so dass der Busfahrer später nicht einmal mehr die Tür aufmachen konnte, um weitere Menschen hineinzulassen. Etwas mehr als eine Stunde später kamen wir dann endlich beim Hauptbusterminal im Süden Quitos an, wo Karin (aus Riobamba) schon auf Thomas, Anna und mich wartete. Dort traf uns gleich der nächste Schlag, als wir hunderte von Menschen durch die Türen, in das Terminal strömen sahen und immer neue randvolle Trolleybusse ankamen; von den Schlangen vom Ticketverkauf erst gar nicht zu sprechen.
Ich weiß nicht, was wir ohne Karin gemacht hätten, die zum Glück schon etwas früher ankam und uns die letzten Sitzplätze in einem Bus ergatterte, der zumindest schon sehr nahe an unser Ziel fuhr. Wahrscheinlich wäre es uns sonst wie vielen anderen ergangen, die wieder heim mussten, weil einfach alle Bus bereits voll waren, oder die Nacht am Bahnhof verbringen und hoffen, dass irgendwann früh morgens etwas fährt; wir hingegen mussten nur bis 23.00 Uhr warten.
Draußen wo die Busse losfuhren war es allerdings noch viel chaotischer als ich es mir je vorgestellt hätte! Alles war noch viel voller mit Menschen, man konnte kaum durchkommen, hupende Busse, die im Minuten Takt abfuhren, in alle Teile des Landes, und sich dabei selbst fast über den Haufen fuhren und sich teilweise nur um Millimeter verfehlten…oder eben auch nicht^^
ich hätte ja gerne von dem Spektakel ein Foto gemacht, aber in dem Moment dachte ich, es sei vielleicht nicht so klug nun meine Kamera herauszuholen, man musste ja so schon höllisch aufpassen dass einem nichts geklaut wird. Irgendwann gegen 23.30 Uhr, als unser Bus dann auch endlich mal auftauchte, saßen wir endlich auf unseren Plätzen und konnten etwas entspannen. Da wir leider die letzten waren, die noch ein Ticket kauften, bekamen wir die dümmsten Plätze im Bus, und zwar ganz vorne. Eigentlich ist daran ja nichts auszusetzten aber bei Nachtbussen, wo es öfters mal zu Überfallen kommt, hätten wir ganz vorne eben die Arschkarte gehabt^^
Um sicher zu gehen, dass wir während dem Schlafen nicht ausgeraubt werden, haben wir uns extra in Schichten eingeteilt, so dass immer nach 1,5 Stunden gewechselt wurde und immer einer unser Zeug bewacht. Im Nachhinein glaube ich aber, dass selbst wenn wir alle geschlafen hätten, nichts passiert wäre, da eigentlich wirklich der komplette Bus schlief und man auch nicht so leicht an meinen Rucksack kommen konnte, den ich fest umklammert hielt.
Nach unglaublichen fünf Stunden, statt normalerweise Sieben, kamen wir bereits mitten in der Nacht in Pedernales an, wo wir den Bus wechseln mussten und nur noch zwei Stunden Fahrt vor uns hatten bis wir in Canoa ankamen. Wir hatten Glück und bekamen sogar direkt im ersten Bus an diesem Tag Sitzplätze, so dass wir gegen sieben Uhr morgens bereits am Ziel ankamen.

Der erste Eindruck war zwar noch ein bisschen grau mit Wolken, aber das war erst einmal egal, Hauptsache wir waren endlich da, am Meer! :)
Nach kleinen Startschwierigkeiten mit unserem Hostel (sie hatten einfach unser Zimmer weggegeben, und hatten jetzt nur noch eins, das pro nach 12,50$ statt 10,00$ kostet) entschieden wir uns aber dennoch im „coco loco“ zu bleiben, da die direkte Strandlage, die Hängematten im Garten unter Palmen und die ganze Atmosphäre einfach zu verlockend war, um von dort wegzugehen^^
Während sich Thomas und Karin noch einmal schlafen legten (was für eine Zeitverschwendung?!^^), machten uns Anna und ich gleich auf den Weg Canoa zu erkunden und endlich durch die ersten Wellen zu hüpfen. Danach gab es für mich noch ein typisches Gericht von der Costa, Encocado genannt (mit Fisch, Shrimps, Kokosnussmilch, etc…), bevor wir wieder ins Hostel gingen um die anderen  beiden endlich abzuholen und ins Meer zu springen.
Da wir so früh bereits da waren, hatten wir das Glück, dass noch so gut wie keine Touristen da waren, und wir den breiten weiten Strand für uns alleine hatten. Das tolle in Canoa sind vor allem die großen Wellen  und das alles noch etwas ruhiger ist als in Esmeraldas oder Atacames.
Den ersten Tag ließen wir erst einmal ganz in Ruhe angehen und genossen einfach einmal nichts tun zu müssen, sondern einfach in der Sonne zu liegen, baden zu gehen und eine Kokosnuss zu schlürfen.
Abends machten wir uns auf den Weg das Nachtleben Canoas unsicher zu machen…das blöde war nur, dass ich die Nacht zuvor so gut wie nicht geschlafen hatte und so endete der Abend für mich leider bereits während des Abendessens mit dem Kopf auf dem Tisch :D
Gut ausgeschlafen, mit neuer Energie konnte es dann aber am nächsten Tag so richtig losgehen und so nahmen wir uns vor einen Surfkurs zu machen, wenn man schon so super Wellen hat! :) Ich hätte nie gedacht, dass Surfen soo viel Spaß machen würde!! Hinzu kam natürlich noch unser Surflehrer Leo, der einer der Besten Ecuadors ist (erst dachte ich, dass sagt er nur so um Eindruck zu schinden, aber als er dann anfing im Handstand große Wellen zu surfen, war auch ich überzeugt :D )
Nach ein paar Trockenübungen, wie man aufsteht und sich aufs Brett stellt, ging es auch direkt los ins Wasser um die ersten Wellen zu reiten. Und mit ein bisschen Hilfe schafften wir es tatsächlich und standen bald auf den Brettern und surften landeinwärts, zwar ziemlich wackelig aber hey, wir surften!^^ Nach und nach wurden wir immer sicherer und suchten uns größere Wellen zum Surfen (auch wenn es nicht immer so super geklappt hat und ich sicher mehrere Liter Wasser durch Mund und Nase getrunken hab xD). Da Leo, unser Lehrer, praktischerweise auch noch eine Bar besitzt, hatten wir für Abends auch gleich ausgesorgt und bekamen so Cocktails für 1,50$…also wenn man da mal nicht zugreifen muss^^
Für den nächsten Tag stand noch ein weiterer großer Programmpunkt an, den ich, da es in Ibarra schon nicht geklappt hatte, nun in Canoa endlich mal machen wollte: Paragliding!
Im Restaurant/Bar „Shurf Shak“ wurde uns das ganze für 40$ angeboten und so fuhren wir bei perfektem Wetter, Sonnenschein pur, auf einen etwas höher gelegenen Berg um von dort aus zu starten. Der Flug selbst dauerte etwa zwanzig Minuten und wir konnten selbst einmal ausprobieren zu lenken und genossen die Sicht auf den weiten Strand und das Meer. Abends kochten wir noch Annas berühmte Gemüsepfanne, auch wenn es in der nicht allzu gut ausgestatteten etwas Erfindergeist benötigte und so zum Beispiel die im Teekessel gekocht wurden :D
Der nächste Tag, Samstag, war leider auch schon wieder unser letzter und so genossen wir noch einmal einfach am Strand zu liegen, uns zu sonnen und sammelten noch Muscheln ein paar Muscheln.
Vor lauter Angst, dass wir nicht mehr rechtzeitig zurück kommen würden (wir wussten ja inzwischen was für Menschenmassen unterwegs sind, die alle ja irgendwann auch wieder zurück mussten) und keinen Bus mehr bekommen würden, machten wir uns bereits Samstag Abend auf den Weg nach Pedernales, von wo aus wir einen Bus nach Quito nehmen würden. Da wir wohl etwas weiter voraus dachten als die Ecuadorianer, die noch alle am Strand lagen und bis Sonntag blieben, bekamen wir gleich einen Platz für einen Nachtbus und waren bereits am Sonntag morgen um vier Uhr morgens wieder zurück in Quito und das ganze Stressfrei, ohne große Menschenmassen und Gedrängel! Das einzig blöde war allerdings, dass noch nichts auf hatte und so schliefen wir noch ein bisschen mit dem Kopf auf den Esstischen am Bahnhof im Süden, fuhren weiter in den Norden, wo wir noch ein bisschen am Bahnhof schliefen und fanden dann endlich eine offenen Bäckerei zum Frühstücken. Da selbst um 9 Uhr morgens das Einkaufszentrum noch nicht offen hatte, legten wir uns auch noch in den Park, wo Anna Aerobic mitmachte, während Thomas und ich auf der Wiese schliefen, bis uns ein Paar aufweckte, um uns zu warnen, dass die Jungs hinter ihnen uns ausrauben würden. Unsere Rucksäcke an uns und mit sich selbst zusammengeschlossen konnten wir dann beruhigt noch ein bisschen weiterdösen bis Anna fertig war. Danach stand noch der übliche Supermaxi-Einkauf an, um Schokoladenvorräte aufzustocken und sonstige Einkäufe zu erledigen. Gegen Nachmittag kamen wir dann endlich, wenn auch etwas erschöpft von der langen Heimreise, zurück in unseren Dörfern an, wo alle gleich staunten wie braun (oder wie man hier immer sagt „verbrannt“) wir doch seien xD (was hier allerdings eher als hässlich gilt, da weiße Haut das Schönheitsideal ist^^)
Nachdem noch etwas beim Volleyball zugeschaut wurde ging es relativ bald nach Hause um Bilder zu zeigen, ein bisschen zu erzählen und natürlich wieder Unterricht für den nächsten Tag vorzubereiten :)





Ein Wochenende des Scheiterns^^

1 12 2011

Am Donnerstag (27.10.11) ging es mal wieder mit Thomas, Anna und unserem Neuzuwachs Milan auf Reisen; unser Ziel für dieses Mal: Ibarra. Mit einem verlängerten Wochenende von vier Tagen wollten wir nun auch etwas mehr den Norden Ecuadors erkunden und über Otavalo hinaus kommen. Um möglichst früh in Ibarra anzukommen, standen wir bereits um 4 Uhr morgens auf, um den Bus um fünf Uhr zu bekommen. Wie sich schnell zeigte, sollte dieses Wochenende allerdings zum „Wochenende des Scheiterns“ werden. Mit einem Zeitpuffer von zehn Minuten machten wir uns also bei Nacht und Dunkelheit auf den Weg zum Bus; keine fünf Minuten vom Haus entfernt klingelt jedoch mein Handy und Thomas erzählt uns er sitze schon im Bus, und das ungefähr zwanzig Minuten früher als geplant. Wie bekloppte rannten wir also den Berg runter, in der Hoffnung den Bus gerade noch zu erwischen…leider vergebens. Etwas frustriert hockten wir uns ans Bushaltestellenhäusle und warteten auf den nächsten Bus der eine Stunde später kommen sollte. Doch nicht ganz vom Pech verfolgt, hörten wir bereits um 5.30 Uhr dieses bekannte tiefe Brummen, was nur ein Bus sein konnte. Schnell packten wir unsere Sachen zusammen und stellten uns wild winkend an den Straßenrand; und tatsächlich hielt ein Bus, der gerade von Minas kam und nach Quito fuhr (wir hatten ganz vergessen, dass es zwei Busgesellschaften hier gibt, und fuhren nun zum ersten Mal mit der anderen…Glück gehabt :) ) Nur etwa eine dreiviertel Stunde später als geplant kamen wir dann in Guayllabamba an, wo bereits Thomas und Milan ungeduldig auf uns warteten. Von dort aus ist es zum Glück nicht allzu schwer einen Bus nach Ibarra zu erwischen; länger als fünf Minuten muss man in der Regel nie warten und so saßen wir kurz darauf auch schon im Bus.
Auf der Fahrt dorthin konnte ich meinen Kopf allerdings gar nicht mehr vom Fenster weg bewegen, so atemberaubend war die Sicht. In Anbetracht dessen, dass eigentlich Winter ist und die Berge in Nebel getaucht sind, war es ein Tag, so schön wie seit Wochen nicht mehr. Nicht nur hatten wir Sicht auf den Gletscherbedeckten Cayambe (einer der dritthöchsten Berge Ecuadors) sondern auch auf den im Süden Quitos liegenden, perfekt geformten, schneebedeckten Cotopaxi. Vorbei an Otavalo konnten wir genau so gut den Imbabura erblicken und kurz darauf den Cotacachi (alles noch Wanderziele von uns für die nächsten Monate^^). In Ibarra angekommen machten wir uns erst einmal wieder auf die Suche nach unserem vier Dollar Hostel für eine Nacht. Anna und ich hatten sogar richtig Glück und bekamen ein helles Zimmer mit Fenstern (was sich in der Nacht jedoch wieder als Nachteil herausstellte, da direkt unter uns eine Disko lag); Thomas und Milan hingegen bekamen ein kleines stinkendes Zimmer ohne Fenster :D aber für eine Nacht und den Preis konnte man auch nicht allzu viel erwarten und so gaben sie sich notgedrungen damit zufrieden. Nach einem Frühstück im Park, Stadterkunden und einem Eis machten wir uns wieder auf dem Weg zum Busbahnhof und suchten uns einen Bus der uns ins „Valle de Chota“  (Chota-Tal) bringen sollte. Laut Reiseführer (Lonely Planet) ein Tal zum Urlaub machen, tropisch warm, mit Zuckerrohr Plantagen und Kindern, die zum Rhythmus der Musik in ihren Köpfen am Straßenrand tanzen :D
Was wir vorfanden war allerdings eher ein Mini-Dorf, wo es so gut wie nichts gab und erst recht keine tanzenden Kinder xD und der „chocolaty river“ war auch einfach nur eine braune Brühe die sich am Rande entlang schlängelte. Etwas enttäusch entschieden wir uns wieder einen Bus zu nehmen und uns auf den Weg nach „El Ángel“ zu machen, wo es das Naturschutzgebiet „Reserva Ecológica El Ángel“ gibt. Eine Stunde Busfahrt später kamen wir endlich an und mussten uns darauf hin von einem Camioneta (Taxi) Fahrer anhören, dass das Reservat noch so weit entfernt sei, dass es sich für diesen Tag eigentlich kaum mehr lohnt, aber für 30$ würde er uns fahren. Nach langem Diskutieren, ohne den Preis großartig hinunter gehandelt zu bekommen, entschieden wir uns für die 4$ Variante, die uns irgendwo zumindest in die Nähe des Reservates bringen sollte. Dort meinte der Fahrer allerdings wieder, dass es zu Fuß viiiel zu weit sein würde, aber wie behaarten einfach darauf, dort abgesetzt zu werden und machten uns zu Fuß weiter. Etwas skeptisch schaute er uns noch eine Weile hinterher und zur Sicherheit tauschten wir noch Handynummern aus, man weiß ja nie…
Ziemlich planlos machten wir uns einfach mal auf, weg von der Straße, ab ins Hinterland. Über Feldwege, vorbei an einem kleinen Wasserreservat und einem Haus mit wild bellenden, uns verfolgenden Hunden ging es weiter ohne Ziel voran. An sich war es ja ganz schön einfach so ein bisschen durch die Landschaft zu laufen, aber als es dann auch noch anfing zu regnen und kalt zu werden, war es nicht mehr ganz so toll. Nachdem es auch nicht den Anschein machte besser zu werden, machten wir uns wieder auf den Weg zurück, über matschigen Boden und vorbei an dem Haus mit den Hunden, die mich auch noch ansprangen mit ihren nassen und schlammigen Pfoten. Zum Glück hatten wir noch die Nummer von unserem Taxifahrer und so mussten wir nur etwa zehn Minuten warten bis er uns klatschnass abholte und zurück nach El Ángel brachte. Nach einem nicht gerade erfolgreichen Tag machten wir uns wieder zurück nach Ibarra, um uns dort mit einer richtig guten Steinofen Pizza zu belohnen. Als wir allerdings der Preis erblickten, welcher sich schon im zweistelligen Bereich bewegte (was für ecuadorianische Verhältnisse und unser Budge sehr viel ist), entschieden wir uns doch um, und landeten (wie eigentlich immer wenn wir nichts besseres finden^^) in einem chinesischen Restaurant, wo es ,abgesehen von der Bedienung, auch akzeptabel war.
Trotz ein paar Fehlschlägen und Pech war es am Ende doch ein recht schöner Tag in Ibarra und Umgebung und hat einen Besuch gelohnt^^

Am nächsten Morgen (Freitag) machten wir uns früh auf den Weg zu unserem nächsten Ziel: Tulcán.
Tulcán liegt noch einmal zwei ein-halb Stunden nördlicher von Ibarra und nur noch 6km von der kolumbianischen Grenze entfernt. Kurz nachdem wir in unserem Hostel angekommen waren machten wir uns auch schon gleich wieder mit einem Taxi auf den Weg über die Grenze zu den
„Las Lajas“, was eine gigantische Kirche ist, die kurz hinter der Grenze liegt. Von außen sieht das ganze aber ehrlich gesagt um einiges beeindruckender aus, als von drinnen^^ so machten wir noch ein paar Bilder, gingen zu einem Wasserfallt und chillten noch ein bisschen an einem Fluss auf großen Felsen bevor wir uns schon wieder auf den Rückweg nach Ecuador machten. Die Grenzüberquerung war an sich auch überhaupt kein Problem, und da so gut wie nichts los war (außer auf der Straße wo sie sicher einen Kilometer in jeder Richtung standen), waren wir in ein paar Minuten durch und sind nun stolze Besitzer eines Kolumbischen Stempels im Pass :D
Abends gab es dann endlich die Pizza, die es eigentlich schon am Vorabend hätte geben sollen: eine mega Hawai-Pizza, die eigentlich für eine ganze Schulklasse gereicht hätte, aber am Ende von den zwei Jungs alleine verputzt wurde xD
Für den nächsten Tag stand mal wieder eine Wanderung an; diesmal auf den Volcán Chiles (4768m), der direkt auf der Grenze zwischen Kolumbien und Ecuador liegt, von uns aber von der ecuadorianischen Seite bestiegen wurde (aber auch als illegaler Übergang über die Grenze benutzt werden kann :D ).
Obwohl der Berg zwar nicht sehr weit weg liegt, war es trotzdem wieder eine Herausforderung erst einmal dorthin zu kommen. In Tulcán fanden wir ein Camioneta, die uns bis nach Tufiño gefahren hat und als unser Fahrer erfuhr, wo es hingehen soll, bot er uns natürlich gleich an, weiterzufahren für 15$ Aufpreis. Vorbei ging es an grün leuchtenden Lagunen und den bekannten „Frailejones“, oder auch graue Mönche genannt, die nur in diesem Gebiet wachsen. Ausgesetzt wurden wir dann an einem Pass auf 4090m, wo schon ein Schild mit Volcán Chiles stand; leider blieb das auch das einzige Schild für diesen Tag, das wir sichteten.
Dummerweise hatte ich am morgen meinen Kompass im Hostel liegen gelassen und so mussten wir uns nur ausgestattet mit meinem Wanderführer auf den Weg begeben. Das Wetter war leider mal wieder typisch winterhaft, und somit die Sicht ziemlich bescheiden mit dichtem Nebel. Dick eingepackt mit Mütze und Handschuhen machten wir uns dennoch auf den Weg und liefen einfach mal bergauf. Laut Reiseführer sollten wir zu einem Tümpel laufen und dann einen Fluss überqueren. Das Problem war nur, dass wir leider keins von beidem fanden, dafür aber eine kleine Hütte und einen riesen Strommasten, welche aber nicht mit einem Wort erwähnt wurden. Das fing ja schon super an…nach zehn Minuten laufen wussten wir nicht weiter :D zusammen grübelten wir noch einmal wie es wohl weitergehen konnte, aber dank der „super“ Sicht hatten wir auch keine Ahnung wo überhaupt unser Ziel ist. Irgendwann entschieden wir uns dafür wieder umzudrehen und noch einmal von vorne anzufangen. Immer noch genauso planlos starteten wir Versuch Nummer 2 und entschieden uns am Ende nur wieder für den gleichen Weg nach oben zum Strommasten, da uns wirklich nichts anderes übrig blieb. Das Wetter hatte in der Zwischenzeit ein wenig aufgeklart, so dass wir ein paar Meter weiter schauen konnten als zuvor und auf einmal entdeckten wir tatsächlich ein paar Pfützen im Gras, die man mit viel Fantasie als Tümpel oder vertrockneten Fluss deuten konnte. Hüpfend, von Grasfleck zu Grasfleck, überquerten wir das kleine Tälchen und kamen schließlich zu einem weiteren kleinen Flüsschen dem wir entlang folgen sollten. Schon bald wurde aus dem einen allerdings zwei, so dass wir wieder etwas ratlos dastanden. Gegen später, als wir schon viel Krackselei steil nach oben hinter uns hatten, stellte sich dann heraus, dass wir uns mit dem rechten Weg mal wieder für den falschen entschieden hatten und mussten irgendwie wieder auf die andere Seite des Kammes kommen. Ziemlich ratlos und noch immer mit mega schlechter Sicht zogen wir weiter und hofften einfach dass wir halbwegs richtig sind. Immer wieder klarte es zum Glück für wenige Sekunden auf und wir versuchten in dieser kurzen Zeit etwas mehr Orientierung zu bekommen und tatsächlich entdeckten wir irgendwann für einen kurzen Moment die lang ersehnten zwei kleinen Seen, die uns versicherten, dass wir doch richtig sind.
Unsere wirkliche Rettung waren allerdings die Steinmännchen, die irgendwann aus dem Nichts auftauchten, an welchen wir uns weiter nach oben entlang hangelten. Zwar gingen wir nun eine andere Rute als in meinem Reiseführer, aber der brachte uns ohne Kompass, Höhenmesser und mit der Sicht ziemlich gar nichts und so waren die Steinmännchen noch die bessere Alternative. So stiegen wir immer weiter auf und die Chance den Gipfel zu erreichen schien nun wieder etwas greifbarer. Immer wieder wurden kleine Pausen gemacht, da man bei der Höhe einfach nicht so zügig durchlaufen kann und dazu kam auch noch der sandige Untergrund auf dem man sozusagen zwei Schritte nach oben ging und einen wieder hinunter rutschte. Ab und zu entdeckten wir sogar ein kleines Häufchen Schnee und so ließen die ersten Schneebälle nicht lange auf sich warten. An dieser Stelle muss ich mal ein große Lob an meine Wanderschuhe loswerden: egal wie kalt es ist, wie windig, wie nass, meine Füße sind immer super warm und trocken und zählen deswegen inzwischen schon zu meinen absoluten Lieblingsschuhen! :D Und meine neue Löwen-Wandermütze hat ihren Test auch bestanden^^
Irgendwann hörten dann leider die Steinmännchen auf (oder wir sahen sie zumindest bei dem Nebel nicht mehr) und so mussten wir wieder etwas planlos weiter. Irgendwann fingen wir sogar an zu klettern, da nach oben kommen ja nicht so falsch sein konnte. Der „Weg“ und die Sicht wurden allerdings immer schlechter (und gefährlicher) und so entschieden wir uns irgendwann stopp zu machen und legten unser Gipfelvesper eben schon auf einem Vorgipfel ein. Etwas schade war es natürlich, dass wir es nicht bis ganz ganz nach oben geschafft haben (es hätten auch nur noch ein paar Meter gefehlt) aber in Anbetracht dessen, wie der Tag angefangen hat, hätten wir nicht gedacht, dass wir es überhaupt noch so weit nach oben schaffen würden, ohne uns zu verlaufen oder auf einmal in Kolumbien zu landen ;) Der Abstieg hingegen verlief ohne Probleme, da wir den Weg nun kannten und den riesen Strommasten auch noch als Orientierung hatten. Man muss aber echt sagen, dass mein Wanderführer bei dieser Rute etwas versagt hat, und mit Angaben wie „einen Fluss überqueren“ nur noch mehr Verwirrung geschaffen hat, wenn es einfach keinen Fluss gibt und so wichtige Anhaltspunkte wie eine Hütte oder ein riesen Strommast werden nicht einmal erwähnt; eine E-Mail an den Verlag steht auf jeden Fall noch an, und vielleicht wird es ja dann bei der nächsten Auflage etwas besser beschrieben^^
Zurück ging es dann per Anhalter, da es keine Busse gab (naja, einer kam sogar als Anna und ich schon unten waren, aber da Milan und Thomas noch große Fotosession machten, verpassten wir diesen leider). Aber so kamen wir immerhin schon für umsonst zurück (ein kleines Trinkgeld hinterließen wir aber trotzdem) und hatten nach dieser langen Wanderung einen warmen Sitzplatz (außer Thomas, der musste hinten auf der Ladefläche sitzen, weil vorne voll war :D ).
Am nächsten Morgen war leider schon wieder Abreisetag, da noch ein paar Stunden Busfahrt vor uns lagen. Aber die eigentliche Hauptattraktion Tulcáns (abgesehen vom Grenzübergang natürlich) konnten wir uns nicht entgehen lassen, und so ging es morgens nach dem Frühstück noch auf den Friedhof :D andere Städte haben schöne Kirchen oder Statuen und Tulcán eben einen besonders schönen Friedhof^^ (heißt es zumindest immer). Das besondere sind aber eigentlich nur die aus den Hecken geformten Tiere, Figuren oder Bögen, durch die man durchläuft; alleine deswegen ist Tulcán aber eher keinen Besuch wert. Gegen Vormittags saßen wir dann wieder im Bus Richtung heimwärts und schafften es sogar in weniger als vier ein-halb Stunden bis nach Guayllabamba; unseren Bus verpassten wir leider trotzdem um ganze zehn Sekunden…
Und obwohl nicht alles an diesem Wochenende so lief wie geplant, wir bei Hin- und Rückweg den Bus verpassten und es auch nicht bis ganz auf den Gipfel schafften, war es doch mal wieder ein tolles Wochenende, an dem wir neues zu sehen bekamen und sogar um einen Stempel im Pass reicher sind^^

Noch kurz ein Kommentar zum Meerschweinchen-Essen:
Durchaus lecker und auch recht zart, aber vom Geschmack her einfach wie Hühnchen und besonders viel ist an einem so kleinen Ding auch nicht dran. Aber es war trotzdem mal eine Erfahrung wert und sollte mir Annas Familie mal wieder eins anbieten, werde ich auch nicht nein sagen ;)








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