Da nichts Großartiges in der Zwischenzeit passiert ist (wir hatten unser erstes Zwischenseminar in Quito, haben am Wochenende gearbeitet und Kuchen verkauft und den Casitagua (ein kleiner Berg mit 3500m im Norden Quito) besteigen) überspringe ich diesen Teil, da ich mit Blogeinträgen etwas hinterher hänge und erzähle lieber von den spannenden Wochenenden^^
Geburtstagswochenende in Baños
Für das Wochenende meines Geburtstags (26./27.11) hatten wir uns vorgenommen nach Baños zu fahren und uns dort auch mit Karin zu treffen. Um etwas mehr Zeit zu haben, da die Anreise alleine schon wieder einige Stunden in Anspruch nimmt, nahmen wir uns für Freitag frei und fuhren bereits Donnerstag (24.11.) nach der Schule los um Abends anzukommen. Wir hatten uns für das Hostel „Princesa María“ entschieden, was in Annas Reiseführer groß gelobt wurde, und so nahmen wir sogar die 7$ in Kauf, obwohl wir normalerweise nicht mehr als 5 oder 6 bezahlen. Dafür bekamen wir allerdings ein schönes großes Zimmer, nur für uns drei, mit eigenem Bad und sogar Handtüchern und Seife. Dazu noch kostenloses wireless Internet, eine Gemeinschaftsküche und total netten Hostelbesitzer…so könnte es gerne immer sein ![]()
Für Freitag, an dem Karin noch arbeiten musste, machten Anna und ich zu zweit eine Fahrradtour, die von Baños (1800m) bis nach Puyo (950m) führt und hauptsächlich nur bergab führt (wenn man, nicht wie wir, den richtigen Weg nimmt^^). Dafür liehen wir uns morgens, nach kurzer Testfahrt, zwei Fahrräder aus und beschlossen, dass sie trotz etwas komischer Geräusche den Tag schon überstehen würden…aber für $5 für den ganzen Tag konnte man auch nicht zu viel erwarten…ausnahmsweise hatten wir mit dem Wetter sogar richtig Glück und so starteten wir bei Sonnenschein pur, mit Karte und Reiseführer ausgestattet unsere Tour. Nachdem es einige Minuten wie vorhergesagt bergab ging, kamen wir an eine Kreuzung und entschieden uns für rechts…schon bald kamen wir allerdings an einen megasteil-bergauf gehenden Berg und strampelten und strampelten, bis wir auch im ersten Gang nicht mehr vorwärts kamen und vor Erschöpfung fast vom Rad kippten. Wie es natürlich sein musste bei unseren Orientierungskünsten, merkten wir recht bald, dass das nicht der Weg sein kann und wir alles umsonst hochgeradelt sind…sehr toll^^ das hieß wir konnten alles wieder nach unten und entschieden uns diesmal für links, für den richtigen Weg. Von da an war die Fahrt sehr schön, vor allem wenn es von der Straße ab ging, um einen Tunnel zu umfahren und wir an kleinen bis sehr großen Wasserfällen vorbei kamen. Beim Größten, dem „Pailón del Diablo“ machten wir halt und wanderten bis zum Fuße des Wasserfalls und machten etwas Pause. Da das Wetter schlechter werden zu schien und große Wolken aufzogen, machten wir uns allerdings recht bald weiter, da noch einiges der insgesamt 61km vor uns lagen. Immer wieder ging es größere Steigungen nach oben, so dass wir doch etwas strampeln mussten, und recht schnell außer Puste waren, aber überwiegend konnten wir einfach rollen lassen und die Landschaft dabei genießen. Ca. 15km vor Puyo verließ die Strecke wieder die Straße um Wege etwas abgelegener zu fahren. Der Weg wurde dabei immer schlechter, steiniger und hügeliger und gleichzeitig ging es auch noch bergauf. Feste in die Pedale tretend versuchte ich weiter zu kommen bis es auf einmal einen lauten Schlag tat und sich nichts mehr tat und ich nicht weiter treten konnte. Recht schnell haben wir gemerkt, dass nicht nur die Kette unten ist, sondern sich alles (fragt mich nicht wie ich das gemacht habe!!
) verdreht, berbogen und in die Speichen gezogen hat. Da standen also Anna und ich alleine, mitten im Nirgendwo, mit einem Fahrrad, dass total Schrott war und sich nicht einmal mehr schieben ließ. Nachdem wir einiges ausprobierten und versuchten noch irgendwas zu retten, sich aber nichts machen ließ, fixierten wir das kaputte Teil wenigstens so, dass sich das Fahrrad schieben lies und hofften, dass unsre Gras-Konstruktur wenigstens halten würde, bis wir an eine Straße kommen würden.
Als Laufrad umgebaut ging es langsam weiter und nach etwa dreißig kamen wir endlich an der Straße an, von wo aus die Busse wieder zurück nach Baños fahren (wir wären ja gerne noch bis ans Ziel nach Puyo, vor allem weil es nur noch ein paar Kilometer waren, aber daran war mi diesem Fahrrad wirklich nicht mehr zu denken!). Das nächste Problem war allerdings, dass wir von dort nicht weg kamen, nicht weil es etwa keine Busse gab, davon kamen genügend vorbei, aber irgendwie wollten sie mal wieder nicht halten und uns samt Fahrrädern mitnehmen…blöd^^ Irgendwann entschieden wir uns, einfach bei jedem Auto/Pick up, der eine Ladefläche hat, zu winken und auf eine Mitfahrgelegenheit zu hoffen. Und tatsächlich hielt bereits das erste Auto (wer lässt auch schon zwei Mädels alleine am Straßenrand stehen
) an und hat uns gerne bis nach Baños mitgenommen, da er dort eh durch musste…mal wieder Glück gehabt ![]()
Etwas sauer, nachdem wir das Fahrrad auch noch durch ganz Baños tragen mussten, kamen wir wieder zum Fahrradladen zurück und beschwerten uns erst einmal was für Schrottköppel sie uns da gegeben hatten (Annas machte auch schon komische Geräusche; das ist dann sicher bei den nächsten am Tag darauf zusammen gebrochen^^)…aber wie gesagt, für fünf Dollar, hätten wir uns das schon denken können.
Dafür gönnten wir uns ein gutes indisches Abendessen und belohnten uns für die harte Strampelei den Tag über^^ eigentlich wären wir Abends noch in die heißen Thermen gegangen, aber da es dafür schon recht spät war, gingen wir lieber mit Karin, die gegen Abends ankam, noch etwas essen und ließen es ruhiger angehen. Für Samstag hatten wir auch schon den ganzen Tag geplant und so gingen wir morgens bereits los mit weiteren drei zum Rafting und für Mittags stand Canyoning an (sich an Wasserfällen abseilen und runter rutschen). Nach kurzer Einweisung auf dem Trockenen wurden die Plätze im Boot verteilt und schon ging es den Fluss durch Stromschnellen hinunter und immer wieder kippten Wassermassen über uns und kühlten, vor allem Anna, die ganz vorne saß, angenehm ab. Da ich ganz hinten saß und nicht ganz soviel Wasser abbekam wie Anna (aber eigentlich trotzdem genug), meinte unser Guide er müsse mich einfach so mal ins Wasser schmeißen und so bekam ich auch noch meine Portion Wasser ab
Danach ließen wir uns so noch ein kleines Stück ohne Boot in einer Stromschnelle treiben, bevor es wieder zurück ging, zum Mittagessen.
Für die anderen vier ging es danach wieder zurück nach Baños und nur Anna und ich wurden am Straßenrand ausgesetzt, wo uns schon das nächste Auto abholte und zum Canyoning brachte. Mit Neoprenanzug, Regenjacke und Klettergurt ausgestattet ging es dann direkt weiter zu Fuß nach oben bis an den ersten der fünf Wasserfälle, die es abzuseilen galt. Angefangen bei fünf Metern Höhe wurden die Wasserfälle immer höher bis zu 45m (laut Programmbeschreibung; aber ich glaube ehrlich gesagt es waren nicht mehr als 30m^^, was aber auch schon einiges war) und der letzte war nicht zum Abseilen sondern zum auf dem Hintern runter rutschen^^
Nach einem Tag voller Action gönnten wir uns nochmal auswärts zu essen, statt selber zu kochen und landeten so bei einem guten Italiener und einer Pizza ![]()
Da es bereits Samstag war (und Sonntag war ja schon mein Geburtstag) gingen wir mit fast allen anderen des Hostel‘s abends weg um in meinen Geburtstag hinein zu feiern. Mit einer „Chiva“ (kleiner, offener, umgebauter Partybus mit Tanzfläche hinten und vorne Sitzen und lauter Musik^^) ging es bis nach oben auf einen Aussichtspunkt weit über der Stadt und einen Schnaps gab‘s auch noch dazu^^ danach gingen wir weiter in einen Club, wo wir bleiben und feierten bis die Lichter angingen und wir rausgeschmissen wurden. Danach gab’s nochmal eine kleine Pizza gegen den nächtlichen Hunger und der Abend hätte nicht besser verlaufen können xD
Als Geburtstagsgeschenk gab es dann von Karin und Anna einen Termin zur Ganzkörpermassage, was nach so einem Wochenende mit viel Sport genau das richtige war (nur die Auto-Alarmanlage die ersten dreißig Minuten war leider etwas störend, aber da konnte ja niemand was dafür^^)!
Gegen Abends kamen wir wieder daheim an, wo mich erst einmal ein leeres Haus erwartete. Kurz darauf fand ich dann aber alle, wie üblich, beim Volleyballfeld, wo auch der Geburtstag von Lucila, einer Freundin meiner Gastmutter gefeiert wurde. Nachdem auch ich ein paar Glas Bier trinken musste, gingen wir heim, wo schon eine Geburtstagstorte auf mich wartete^^ Fünf Geburtstagslieder später war ich dann an der Reihe mit Kerzen auspusten und wie hier üblich einmal in den Rand der Torte beißen. Was allerdings danach kommt, ist für die Zuschauer immer der lustigste Teil…xD während man vorsichtig versucht in den Rand zu beißen, kommt der gemeine Gastvater von hinten und schwupps die wupps tunkt er einem das Gesicht in die Torte, bis man schön die ganze Sahne bis über der Nase hat und hat natürlich den größten Spaß dabei
aber das gehört einfach dazu
Montag in der Schule wurde mir dann auch noch von allen in der Montag-morgendlichen Ansprache gratuliert und damit dachte ich es wär gut^^ Am Dienstag allerdings, ich hatte mit meinem Geburtstag eigentlich schon abgeschlossen und deswegen auch nicht mehr dran gedacht, kommt ein Kollege auf mich zu und meint mit ernster Miene wir hätten nach der Schule eine dringende Besprechung, deswegen solle ich noch dableiben. Ich machte mir schon richtige Sorgen, dass ich irgendwas falsch gemacht hätte, und jetzt Ärger bekomme, auch wenn ich nicht wusste weswegen. Mit dem Rektor wartete ich noch eine Weile draußen, weil die anderen Lehrer wohl nicht fertig seien bis wir dann in die Mensa gingen, wo die anderen schon warteten. Tja und statt einer Besprechung und Ärger wartete nun eine Überraschungsparty der anderen Lehrer auf mich und sogar ein kleines Törtchen
Es gab Hühnchen, Kartoffeln und Salat und dazu eine super mega süße künstliche rote Soda, von der ich aus Freundlichkeit einen Becher lächelnd hinunter zwang
ansonsten war aber alles lecker! xD Danach brachte Profe Alex noch ein 1,5L Tetra-Pack Pfirsichwein zum Vorschein, das dann auf der Stelle noch in der Schule von uns sieben geleert werden musste^^ daraufhin ging ein Becher, immer Viertels voll, im Kreis herum und wurde, wie so üblich hier, auf einen Zug leer getrunken bis die 1,5L schließlich weg waren.
In allem eine super Überraschung von meinen Kollegen, die meinen Geburtstag noch umso schöner machten!
Abends am Dienstag erfuhr ich dann, dass der Vulkan Tungurahua, sozusagen der Hausberg Baños‘, welcher direkt neben der Stadt liegt, noch am selben Tag, an dem wir dort abreisten, ausbrach und die Straßen gesperrt wurden und sogar kleine Dörfer evakuiert. Ich hätte zwar nur zu gerne mal mitbekommen wie ein Vulkan direkt vor mir ausbricht, aber andererseits wäre dann das Wochenende ins Wasser gefallen und wir hätten abreisen müssen. In diesem Falle hatten wir gerade noch Glück und konnten uns das ganze dann einfach mit sicherem Abstand von daheim im Fernseher anschauen^^












































































